Der utb-Autor und Aggressionsforscher Jens Weidner definiert Wut als ubiquitäres Phänomen, das oft durch Feindseligkeitswahrnehmungen ausgelöst werde und als körperliche Stressreaktion in aggressive Gegenwehr resultieren könne. Sie sei eine implizit destruktive Aggressionsform, die die Zerstörung oder Schädigung Dritter in Kauf nehmen würde.

Die Wut sei aber keine rein negative Emotion, sondern könne einer Person auch Power für Leistungen liefern.

Durch Ausschüttung von Adrenalin werde eine gesteigerte körperliche Leistungsbereitschaft erreicht, die uns zu allerlei Unfug treibt – aber reflektierte Erwachsene könnten ihre Wut konstruktiv lenken und nutzen. Man solle den Empfehlungen der Wut nie spontan folgen, diese führen eventuell nur zu verletzenden Worten und gefährden Beziehungen. Man solle die Wut aber auch nicht in sich hineinfressen, denn so werde der Mensch nur auto-aggressiv und würde sich einen Sündenbock suchen, an dem er seine Wut auslassen kann: Ausländer, Homosexuelle, Andersdenkende, nervige Familienmitglieder.

Deshalb empfiehlt Weidner, die Wut auszuleben: z.B. beim Sport oder in bösen Gedanken. Unsere Gedankenwelt wäre schließlich unser privater rechtsfreier Raum. Wenn diese Gedanken allerdings regelmäßig auftauchen und auch immer intensiver und detaillierter werden, rät der Aggressionsforscher durchaus zur professionellen Hilfe. Man könne sich der Wut auch im Gespräch mit Vertrauten Luft machen. Die Wut kann auch produktiv genutzt werden. Zum Beispiel, wenn jemand versuche uns runterzumachen und uns zum Aufgeben zu bringen, könne man die aufkommende Wut nutzen, um die Sache erfolgreich zu beenden – aus Trotz sozusagen.

Quelle: www.n-tv.de

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