Der Psychologe und utb-Autor Kurt Seikowski hält die sexuelle Orientierung eines Menschen für unumstößlich. Christlich-fundamentalistische Gruppen wie der Bund katholischer Ärzte, die Offensive Junger Christen und die DIJG glauben eine Veränderung der sexuellen Neigung sei möglich und bieten Konversionstherapien an. Obwohl sie zur Rückenstärkung regelmäßig Pseudo-wissenschaftliche Publikationen, Fakten und Daten herausgeben, werden diese „Therapien“ meist nicht von staatlich zugelassenen Ärzten durchgeführt.

Laut Kurt Seikowski würden insbesondere religiös gebundene Leute nach dieser Hilfe suchen. Da sie aufgrund ihrer Homosexualität, Ablehnung in den Kirchengemeinden erfahren. Konversionstherapien würden diesen Menschen Schuldgefühle einreden und dazu beeinflussen, sich selber abzulehnen. Man würde zwanghaft versuchen, das andere Geschlecht zu begehren. Aber tatsächlich führe es nur zu Depressionen, Suizidgedanken oder tatsächlichem Selbstmord der „Patienten“. Seikowski erklärt daher explizit, das [die sexuelle Orientierung] sei nicht änderbar. Der Mensch könne seine sexuellen Fantasien nicht kontrollieren.

Die Idee, dass nicht-heteronormative sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten krankhaft seien, lebt auch außerhalb der streng-religiösen Gemeinde fort. So müssen Menschen, die sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht identifizieren und eine Geschlechtsangleichung unternehmen wollen, zunächst durch ein psychologisches Gutachten für krank erklären lassen – eine Geschlechtsidentitätsstörung nach dem Transsexuellengesetz. Laut Seikowski, würden auch Asexuelle mit der Diagnose „ich-dystone Sexualorientierung“, also eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung, psychologisch behandelt werden. Dies sei nicht nötig. Man müsse die Gesellschaft lediglich über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aufklären und dazu leiten Asexuelle zu akzeptieren, so Seikowski.

Mittlerweile fangen Regierungen an, Konversionstherapien gesetzlich zu verbieten. In der EU ist Malta bisher das erste Land, das solche Praktiken für Minderjährige untersagt.

Quelle: www.tagesspiegel.de

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