Abfallvermeidung im Lebensmitteleinzelhandel steht mittlerweile ganz oben auf der Agenda. Im Projekt „unverpackt“ der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) wurden erfolgreich Strategien entwickelt, um die Branche zu professionalisieren.
Als 2014 die ersten unverpackt-Läden eröffneten, ernteten diese von so manchem Zulieferer und Hersteller Stirnrunzeln und Kopfschütteln – das ist heute anders. Die unverpackt-Branche wächst weiterhin dynamisch und zählt aktuell mehr als 150 Läden im Bundesgebiet. „Unverpackt ist im Zentrum der Diskussion um Verpackungsreduktion angekommen“, sagt Dr. Melanie Kröger, Projektkoordinatorin an der HNEE. Dreieinhalb Jahre haben sie und ihr Team in enger Kooperation mit der Praxis zusammen zu den Herausforderungen des unverpackt-Konzeptes gearbeitet. Ende Oktober wurde im 7. Workshop Bilanz gezogen und wichtige Projektergebnisse vorgestellt: ein Controllingsystem für Wirtschaftlichkeitskennziffern für unverpackt-Läden, eine Toolbox zur Ansprache von Neukund*innen sowie ein online-Leitfaden für die rechtlichen Rahmenbedingungen. „Damit haben wir unser Ziel erreicht, durch die Erforschung der Hürden von ‚unverpackt‘, praxisnahe Lösungen zu entwickeln und die Vernetzung der Akteur*innen zu fördern“, fasst die HNEE-Wissenschaftlerin zusammen. Die regelmäßigen Workshops wurden für einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis genutzt, um Projektinhalte gemeinsam zu konkretisieren. „Das unverpackt-Projekt hat unseren Anspruch von wirksamer Forschung für und mit der Praxis in besonderem Maße erfüllt“, hebt Projektleiter Prof. Dr. Jens Pape hervor, der an der HNEE das Fachgebiet Nachhaltige Unternehmensführung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft leitet.

Für die Zukunft plant das Team der HNEE die erfolgreiche Kooperation mit dem unverpackt-Verband weiterzuführen, die existierende Expertise im Bereich Verpackungsreduktion und nachhaltiger Lebensmitteleinzelhandel auszubauen und die Praxis bei der Professionali-sierung forschend zu unterstützen. Für 2020 sind ein Auftritt auf der Internationalen Grünen Woche sowie ein Sammelband zum Thema Verpackungsreduktion im oekom-Verlag geplant.

Über das Projekt
„Der verpackungsfreie Supermarkt: Stand und Perspektiven. Über die Chancen und Gren-zen des Precycling im Lebensmitteleinzelhandel“ wird in Kooperation mit vielen unverpackt-Läden sowie dem Verein „Unverpackt e.V.“ umgesetzt. Das Projekt wird seit 2016 von der BLE im Rahmen des Bundesprogramms ökologische Landwirtschaft und andere Formen nachhaltiger Landnutzung (www.bundesprogramm.de) mit rund 500.000 Euro gefördert. Es läuft im Januar 2020 aus. (www.hnee.de/unverpackt)

Quelle: Annika Bischof M.A. Hochschulkommunikation, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

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