Francesca – nachhaltig studieren

Francesca ist 19 Jahre alt und studiert Internationale Wirtschaftskommunikation an der Internationalen Hochschule SDI München. Nachhaltigkeit ist ihr sehr wichtig. Vor allem die kleinen Schritte im Alltag, die das Leben nachhaltiger gestalten können, liegen ihr besonders am Herzen. Dem Studiertier verrät sie im Interview, wie man diese gerade im Studium sehr gut umsetzen kann. Die Fragen stammen von ihrer Kommilitonin Robin. 


Der Begriff der Nachhaltigkeit ist zurzeit omnipräsent, sei es in den Medien, im Unterricht an Schulen und Universitäten oder bei Familien abends am Tisch. Allerdings gibt es für diesen Begriff keine allgemeingültige, feste Definition. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?
Für mich bedeutet es vor allem, dass man auf das was man tut und kauft achtet, sodass es der Umwelt so wenig wie möglich schadet. Es können auch sehr kleine und einfache Aktionen sein wie z.B. einen Jutebeutel zum Bäcker mitzunehmen, sodass man eine Papiertüte sparen kann. 


Wie sieht kurzgefasst dein nachhaltiger Studienalltag aus?
Die Dinge, durch die ich meinen Alltag als Studentin nachhaltiger gestalte, kann man tatsächlich an einer Hand abzählen:

  1. Weil ich kein Papier verschwenden möchte, drucke ich so wenig wie möglich aus. Und wenn es wirklich nötig ist, wähle ich die Option des doppelseitigen Drucks bzw. bei PowerPoint Präsentationen sechs Folien pro Seite. Zudem schreibe ich auch meine Zusammenfassungen der Vorlesungen auf dem Computer.
  2. Gerade in Zeiten, in denen ich viel zu tun habe, bin ich sehr dankbar für die Produktivitäts-App „Forest“. Man kann einstellen, wie lange man sich mit einer Aufgabe beschäftigen will und in der ganzen Zeit, in der man sich damit beschäftigt, wächst ein virtueller Baum. Nach einer gewissen Anzahl an virtuellen Bäumen pflanzt die App echte Bäume an verschiedenen Orten rund um den Globus. Also hilft die App nicht nur dir, dich weniger ablenken zu lassen, sondern sie pflanzt auch Wälder!
  3. Statt Google nutze ich Ecosia als Suchserver. Diese Seite pflanzt nämlich nach ungefähr 45 Suchanfragen, die du gemacht hast, auch echte Bäume.
  4. Ich fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Hochschule. Für Leute, die näher wohnen, ist das Fahrrad natürlich auch eine gute Option.
  5. Viele meiner Lehrbücher kaufe ich mir neu, gerade weil ich sie öfter lesen oder auch mal etwas markieren möchte. Allerdings halte ich auch immer die Augen offen, ob nicht andere Studierende ihre Bücher verkaufen und ich diesen dann auf günstigem Wege ein neues Leben schenken kann. Für diejenigen, die sich keine Notizen direkt in die Bücher machen, sind auch Bibliotheken ein toller Ort, um an nachhaltiges Lehrmaterial zu kommen.


Was fällt dir momentan noch schwer umzusetzen?
Ich finde es momentan noch schwer, unverpackte Waren zu finden, und muss sie also leider fast immer in unnötiges Plastik verpackt kaufen. 


Häufig hört man von Nachhaltigkeitskritikern das Argument, ein nachhaltiges Leben sei sehr teuer. Gerade bei Studierenden ist das Geld ja oft sehr knapp. Was denkst du darüber? Sind die Kosten ein Hindernis für mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Das ist eine heikle Frage. Ein nachhaltiges Leben kann sowohl teurer als auch günstiger sein. Bei Lebensmitteln ist es oft so, dass Produkte, die bio, regional und saisonal sind, teurer werden können. Aber man kann andere Dinge Second Hand kaufen. Gerade das ist bei Klamotten und Büchern durchaus möglich und auch sehr einfach. 
Personen, die nachhaltig leben, interessieren sich zudem oft auch für Minimalismus. Minimalismus heißt, nur das zu kaufen/behalten, was man braucht/benutzt oder was einen glücklich macht. Wenn man sich an diese einfachen Regeln hält, reduziert man seinen Konsum enorm und damit auch seine Ausgaben.


Wie wird mit dem Thema Nachhaltigkeit an deiner Hochschule umgegangen? Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten? Wenn ja, welche?
Auf den Türen von den Räumen steht immer ein Schild mit der Bitte, das Licht auszumachen, wenn man den Raum verlässt, was schon ein sehr guter Anfang ist.
Als Verbesserungsmöglichkeit würde ich beispielsweise der Mensa empfehlen, Fleisch seltener anzubieten und Keramiktassen statt Einwegbecher für den Kaffee auszugeben, sodass man sie waschen und wiederverwenden kann.


Was sind abschließend deine 6 besten Tipps für „Nachhaltigkeits-Anfänger“, ihr Leben auch abseits des Studiums mit einfachen und günstigen Methoden nachhaltiger zu gestalten?

Es ist schwierig, nur eine Top 6-Liste zu machen, aber ich denke, dass sechs gut umsetzbare nachhaltige Aktionen die folgenden sein könnten:

  1. Überdenke deinen Fleischkonsum – Gemüse ist deutlich nachhaltiger als Fleisch!
  2. Gib Second Hand eine Chance!
  3. Bevor du etwas kaufst, stell dir die folgenden Fragen:
    • Brauche ich das wirklich?
    • Wenn ja, kann ich es ausleihen oder Second Hand kaufen?
  1. Nimm deine eigenen wiederverwendbaren Sachen mit (z.B. einen Kaffeebecher oder einen Stoffbeutel)!
  2. Achte auf deinen Wasserkonsum: Lass das Wasser nicht ewig unnötigerweise laufen und reduziere die Zahl an Bädern!
  3. „Reuse, repair, recycle“: Passe auf deine Sachen auf und wirf sie nicht sofort weg, wenn sie nicht kaputt sind!


Gibt es ein Buch, das du zu diesem Thema empfehlen kannst?
Ja. „Nachhaltigkeit für Deutschland? Frag doch einfach!“ von Michael von Hauff finde ich zum Thema ganz interessant. Der Autor gibt in seinem Buch Antworten auf häufige Frage, die man sich über die Nachhaltigkeit stellt und gibt uns dazu auch einen Ausblick auf die Zukunft in 2030.

Autor

Buchtitel

Buchcover

Druck-Ausgabe: , eBook-Ausgabe:


https://www.utb-shop.de/nachhaltigkeit-fur-deutschland-frag-doch-einfach-11093.html

 

 
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