Stefania zum Abenteuer auf der anderen Seite der Welt

Die Fragen, die Stefania gestellt werden, stammen von ihrem Kommilitonen Christian Chiloiro.

Stefania ist eine Studentin aus Neuseeland, 24 Jahre alt und studiert Internationale Wirtschaftskommunikation an der Internationalen Hochschule SDI München. In diesem Interview erzählt Stefania von ihren Erfahrungen auf der anderen Seite der Welt.

Warum hast du dich eines Tages entschieden, auf die andere Seite der Welt zu gehen, und warum genau nach Deutschland?

Bevor ich nach Deutschland gezogen bin, habe ich einige Jahre in Spanien gelebt. Meine Mutter hat gedacht, es wäre gut für mich, mein Spanisch zu verbessern. Also beschloss ich, nach Teneriffa auf die Kanarischen Inseln zu ziehen.

Nach dem Abitur in Spanien habe ich mir vorgenommen, eine neue Sprache zu erlernen und in einem anderen Land zu studieren. Da ich bereits Englisch, Spanisch und etwas Französisch sprach, dachte ich an Deutsch oder Italienisch. Da Italienisch und Spanisch eng miteinander verwandt sind, wurde mir klar, dass ich bereit für eine echte Herausforderung war – nach Deutschland zu ziehen.

Was hat dich an dieser neuen Herausforderung fasziniert?

Was mich an der Herausforderung fasziniert hat, war die deutsche Sprache. Bis heute überrascht mich, wie es für fast alles ein Wort im Deutschen gibt. Es macht die Kommunikation so klar und führt meiner Meinung nach zu weniger Missverständnissen.

Was gefällt dir an deinem Studiengang besonders? Warum hast du dich für Internationale Wirtschaftskommunikation entschieden?

Was mir am besten gefällt ist die Mischung an Sprachen und Wirtschaft.

Ich habe mich immer für Wirtschaft interessiert, da ich gerne für mich selbst arbeiten möchte. Um ein eigenes Unternehmen zu gründen dachte ich, dass der Studiengang „Internationale Wirtschaftskommunikation“ meine bestehenden Fähigkeiten perfekt weiterentwickelt und mir erlaubt, neue zu erlernen.

Und Sprachen haben mich immer schon interessiert. Ich bin zweisprachig aufgewachsen, deshalb wollte ich unbedingt neue Sprachen in mein Skillset aufnehmen. Es hilft mir sehr bei der Übersetzung meiner Website oder wenn ich mit Lieferanten und Kunden sprechen muss.

Ein wichtiger Teil deines Studiengangs ist ein fünfmonatiges Pflichtpraktikum im Ausland, damit die Studierenden ihre nicht muttersprachlichen Fähigkeiten üben können. Was hast du getan und wie war diese Erfahrung?

Wie du sagst, ursprünglich sollte das Praktikum im Ausland absolviert werden. Zum Glück konnte ich hier in München bleiben, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist.

Ich habe eine Anzeige für ein Praktikum bei einem kleinen Unternehmen auf LinkedIn gefunden. Mir hat gefallen, wie international das Unternehmen mit seiner Mission und Vision sowie seinem Team war. Dort habe ich mich für das Online-Marketing-Praktikum beworben.

Ich habe Online-Marketingkampagnen eingerichtet und Landing Pages erstellt. Beim Erstellen von Landing Pages konnte ich mit verschiedenen Hintergrundbildern herumspielen, zum Beispiel mit berühmten Sehenswürdigkeiten aus einer bestimmten Stadt. Ich durfte sogar meine eigenen Collagen und Designs erstellen.

Obwohl ich dieses Unternehmen sehr geliebt habe, war nicht alles perfekt. Obwohl ich großartige Leute kennengelernt habe und einen großartigen Teamleiter hatte, fühlte ich mich am Anfang manchmal von den Vollzeitbeschäftigten ausgeschlossen. Ich verstehe, dass manchmal Vollzeitbeschäftigte sehen, wie Praktikanten die ganze Zeit kommen und gehen, aber ich habe mich nicht ganz wohl gefühlt, da ich die einzige Praktikantin auf meiner Etage war.

Hast du nach dem Praktikum weitergearbeitet? Wie kombinierst du dein Studium mit der Arbeit?

Ja, nach dem Praktikum wurde mir klar, dass ich wirklich für mich selbst arbeiten möchte. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an, meine eigenen Designs zu entwickeln und nach Monaten habe ich angefangen meine Produkte auf Instagram zu verkaufen und betreibe jetzt das Unternehmen offiziell über meine eigene Webseite.

Um ehrlich zu sein, ist die Kombination von Studium und Arbeit kompliziert und stressig, aber alles hat mit Zeitmanagement zu tun. Man muss weiter lernen und mit Fehlern wachsen.

Es hat sich viel verändert, seit du nach Deutschland gekommen bist. Wie ist es dir dabei ergangen und welchen Rat könntest du deinen Landsleuten geben?

Ich war in den ersten Jahren ziemlich verliebt in Deutschland, habe aber dann langsam bemerkt, dass ich mich und meine Identität zu verlieren drohe in der Anpassung.

In Neuseeland ist es völlig normal, jedem in seiner Umgebung zu helfen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Fremder dir eine Mitfahrgelegenheit anbietet, wenn er sieht, dass du dich verlaufen hast. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen in Deutschland dazu neigen, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern und sich nur auf sich selbst konzentrieren.

Im Grunde habe ich die besten Dinge der deutschen Kultur mit der neuseeländischen Kultur vermischt und bin inzwischen deutlich glücklicher. Sollte ich meinen „Landsleuten“ Ratschläge geben müssen, dann wäre das: nicht vergessen, woher man kommt, und sich nicht zu verlieren, wenn man versucht, sich an andere Kulturen anzupassen.

In was hast du dich in Deutschland verliebt?

Es gibt viele Dinge, die ich an Deutschland liebe, die Berge, die Landschaft und, wie gesagt, die deutsche Sprache. Aber was ich absolut liebe, ist der bayerische Dialekt. Bayerisch hat etwas, das ich so schön finde. Ich bin jemand, der oft mit Akzenten spielt. Deshalb habe ich eine Leidenschaft für den Dialekt. In den letzten Jahren konnte ich Bayerisch lernen, vor allem, da die Großmutter meines Mannes immer bayerisch spricht. Es war nicht leicht mich durchzukämpfen, aber natürlich lerne ich noch.

Hast du Pläne für die Zukunft? Wo und wie siehst du dich in fünf Jahren?

Meine beiden Eltern sind Grafikdesigner, also spiele ich aktuell mit der Idee, etwas Künstlerisches zu machen. Ich bin mir noch nicht 100% sicher. Zur Auswahl stehen für mich aktuell ein rein wirtschaftlicher oder ein wirtschaftlich-kreativer beruflicher Pfad.

Um deine zweite Frage zu beantworten. Wenn alles in Ordnung ist, sehe ich mich wieder in Neuseeland, um mein Geschäft dort weiter zu führen.

 

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