Unser neues Studiertier-Interview ist online: Katja spricht mit dem Studiertier über ihren dualen Studiengang in der Steuerverwaltung – wie sie dazu kam, was die Inhalte ihres Studiums sind und das die Arbeit auch für junge Menschen was taugt.

Unser Studiertier Zehra ist 21 Jahre alt und studiert Anglistik und Philosophie an der Universität Stuttgart. Bei utb absolviert Zehra ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Zehra stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Zehra hast oder selbst vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Studiertier trifft Katja

Katja ist 21 Jahre alt und studiert im 3. Semester den Bachelor of Laws in Steuerverwaltung dual an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen und im Finanzamt. Studiertier hat sie sich geschnappt und fragt…

  1. Die Arbeit im Finanzamt stellt man sich als viel Papierkram und viele Zahlen vor. Wie kommt man als junge Abiturientin zu der Studienwahl und denkst du, die Arbeit kann auch für junge und kreative Menschen erfüllend sein?

Die Arbeit im Finanzamt ist um einiges spannender, als man sich das vielleicht vorstellt. Ich persönlich habe erst mal ein Praktikum gemacht und mich daraufhin für das Studium beworben. Begonnen habe ich mit der Einstellung „Ich probier es mal aus“, mittlerweile bin ich aber wirklich begeistert vom Studium. Die Arbeit ist unglaublich abwechslungsreich, da kein Fall wie der andere ist und man ständig etwas Neues entdeckt.

  1. Wieso hast du dich für ein duales Studium entschieden? Was denkst du, sind die Vorteile und Nachteile im Vergleich zu einem Studium an einer Universität? Was gefällt dir an deinem Studiengang besonders und was würdest du am Liebsten wegstreichen?

Für mich war eigentlich von Anfang an klar, dass nur ein duales Studium infrage kommt, einfach weil ich nicht in die ganze Zeit in der Uni sitzen möchte. Der Vorteil ist natürlich zum einen das Gehalt (ca. 1200 € im Monat), aber auch, dass man Abwechslung hat und sofort Erfahrung in der Praxis sammelt. Bei meinem Studium ist noch besonders hervorzuheben, dass man von Anfang an verbeamtet ist. Das Einzige, was ich etwas misse, sind Semesterferien, beim dualen Studium gibt es eben nur 30 Urlaubstage.

  1. Wie sieht dein Alltag aus – welche Aufgaben kommen dir im Geschäft zu und was lernst du so an der Hochschule? Ist es schwer wieder in ein „Lerntempo“ einzusteigen, wenn man davor wieder für eine Weile im Büro tätig war? Wie gestalten sich bei dir die Prüfungen und wie lernst du am besten?

Die meiste Zeit ist man bei der allgemeinen Veranlagung, bearbeitet also Einkommensteuererklärungen.  Man kommt aber auch zur Rechtsbehelfsstelle, geht mit zur Betriebsprüfung, usw. Während der Ausbildung durchläuft man alle möglichen Stellen im Finanzamt, um von jedem Tätigkeitsfeld einen Eindruck zu bekommen.

An der Hochschule hat man Fächer wie Einkommensteuer, Öffentliches Recht und Abgabenordnung. Am Anfang lernt man primär, wie man mit dem Gesetz arbeitet, was zu Beginn echt knifflig ist, aber man findet sich schnell zurecht. Der Theorieteil ist aufgeteilt in Grundstudium 1-3 und das Hauptstudium. Jeder Abschnitt geht über mehrere Monate und am Ende schreibt man dann immer Zwischenprüfungen oder Aufsichtsarbeiten in den verschiedenen Fächern. Am Ende des Hauptstudiums kommt dann die Laufbahnprüfung, welche für die Karriere in der Steuerverwaltung wichtig ist. Dazu schreibt man noch eine Bachelorarbeit, die ist dann für die freie Wirtschaft relevant. Am Ende hat man also zwei Abschlüsse.

Ich persönlich fange schon am Ende der Praxisphase wieder mit dem Lernen an, um mir den Wechsel zu erleichtern. Zwar ist der Schulalltag recht entspannt, da in der Regel nur von 8:00 – 13:00 Uhr Unterricht ist, aber man muss sich dann schon zuhause hinsetzen und selbst etwas tun.  Am besten lernt man in dem man einfach viele alte Klausuren und Prüfungen macht und sein Gesetz dabei gut präpariert.

  1. Du hast oft Fernweh und reist gerne – sei es nach London oder Sevilla. Ist dir das auch im Rahmen deines dualen Studiums als Auslandssemester möglich? Oder kannst du später im Beruf auch raus aus Deutschland? Möchtest du diese Möglichkeiten nutzen?

Hier sind die Möglichkeiten leider etwas begrenzt. Es gibt kein Auslandssemester, aber im Rahmen eines Wahlfaches die Möglichkeit eine Studienreise nach Mailand zu machen. Auch später ist es eigentlich vorgesehen, dass man in Baden-Württemberg bleibt. Man ist ja schließlich Landesbeamte. Aber auch hier gibt es natürlich Ausnahmen und Möglichkeiten, woanders hinzukommen. Und in der freien Wirtschaft hat man dann noch mal andere Möglichkeit.

  1. Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Hast du schon konkrete Vorstellungen von deiner Berufslaufbahn nach deiner Ausbildung?

Konkrete Pläne habe ich noch nicht. Ich finde Betriebsprüfung und Steuerfahndung klingt beides sehr spannend, aber bis jetzt konnte ich in diesen Bereichen noch keine eigenen Erfahrungen sammeln. Das Schöne an der Arbeit in der Steuerverwaltung ist, dass man sich nicht direkt festlegen muss. Man kann ohne Probleme später noch oder auch mehrmals den Arbeitsbereich wechseln.

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