Leere Kopf, Übelkeit, Herzrasen und Kloß im Hals – was tun gegen Prüfungsangst? Unser Experte Holger Walther, Dipl. Psychologe und Psychotherapeut beantwortet Fragen unserer Leser zum Thema Prüfungsangst.

Noch bis zum 28.12.2017 können Sie Ihre Fragen zum Thema Prüfungsangst stellen und mit etwas Glück eines von fünf Exemplaren seines Buches Ohne Prüfungsangst studieren gewinnen.

Wie kann man ruhiger werden, wenn man in einer mündlichen Prüfung neben sich steht und das Gefühl hat, an der Prüfungssituation aus der Sicht eines Beobachters und nicht als Prüfling teilzunehmen?

Dieses Gefühl, man steht neben sich und beobachtet sich selbst, ist ein Trick unseres Gehirns. Aber leider auch ein sicherer Hinweis, dass Sie in diesem Moment sehr viel Angst haben…

Damit wir in einer gefährlichen Situation alles mehr aus der Distanz wahrnehmen (so, als wären wir nicht wirklich beteiligt), bringt uns das Gehirn in diese Beobachterposition. Das ist zwar auch nicht angenehm, aber wir merken eben nicht mehr alles. Z.B. Schmerzen, wenn man gefoltert wird. Die gefährliche Situation wird quasi abgespalten von uns.

Natürlich ist das in einer Prüfung eigentlich nicht nötig – niemand reißt Ihnen den Kopf ab. Es zeigt aber, dass Sie eine sehr starke Angst haben. Dagegen sollten Sie unbedingt etwas tun, weil das nicht von allein weg geht.

Wie geht man mit dem Zeitdruck bei einer schriftlichen Prüfung um, ohne das der Kopf immer leerer wird, wenn die verbleibende Zeit angesagt wird (noch 20 min,…..noch 10 min…..)?

So ähnlich ist dieses Gefühl im Kopf, welches Sie in der zweiten Frage beschreiben. Angst führt dazu, dass Adrenalin und Cortisol (beides Stresshormone) ausgeschüttet werden. Wird viel ausgeschüttet, machen diese Hormone Teile unseres Gehirns unzugänglich. Dazu gehört vor allem unser intellektuelles Wissen. Deshalb fühlt es sich für Sie so leer an (natürlich ist noch alles da, doch es ist wie in einer Bibliothek, deren Türen alle verschlossen sind: man kommt an das Wissen nicht heran).

Hier sind es unsere Gedanken, die die Angst auslösen, etwa wenn Sie bei der Info  „Noch 20 Minuten“ denken „Ach, Du Sch…, ich schaff ja gar nicht mehr alles!!!!“Keinen leeren Kopf bekommen Sie, wenn Sie stattdessen etwas Positives denken. Also, z.B. „O.K. – Endspurt! Erst mal das hier gerade noch zu Ende schreiben. Dann sehen wir weiter.“ Diese neue Einstellung müssen Sie aber vorher üben, wenn Sie aus Erfahrung wissen, dass diese Restzeit-Informationen Sie sonst in Panik versetzt haben.

Lust auf mehr? Dann lesen Sie in Holger Walthers Buch Ohne Prüfungsangst studieren weiter – hier geht’s zur Leseprobe. Sie haben selbst Fragen? Schreiben Sie uns und Holger Walther wird Ihnen antworten.

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