Prof. Dr. Henning Lobin übernimmt die Leitung des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim.  Die Folgen der Digitalisierung hat Prof. Dr. Henning Lobin wesentlich früher als andere analysiert, sprachliche Trends identifiziert und die Notwendigkeit der Vernetzung betont. Von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) aus hat der Germanist national wie international wesentlich dazu beigetragen, sein Fachgebiet, die Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen – über analoge Publikationen ebenso wie über die unterschiedlichen digitalen Kanäle. Zum 1. August 2018 wird Prof. Lobin die Universitätsstadt Gießen verlassen, um in Mannheim die Leitung des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) zu übernehmen. Diese Position des IDS-Direktors ist gekoppelt mit einer Professur für Germanistische Linguistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim.

Das IDS ist das zentrale Dokumentations- und Forschungszentrum der deutschen Sprache und ihres Gebrauchs in Gegenwart und neuerer Geschichte mit mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Als Bund-Länder-Institut ist es Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, Sitz des Rates für deutsche Rechtschreibung und die größte außeruniversitäre Einrichtung im deutschsprachigen Raum auf diesem Gebiet.

„Wir danken Prof. Lobin dafür, dass er in den vergangenen Jahren einen wichtigen Beitrag zur Schärfung des weithin sichtbaren kulturwissenschaftlichen Profils der JLU geleistet hat und gratulieren ihm herzlich zu diesem ehrenvollen Ruf nach Mannheim“, erklärte JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Wir sind sicher, dass von dieser zentralen außeruniversitären Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache unter der Leitung von Prof. Lobin zahlreiche Impulse ausgehen werden. Es freut uns daher besonders, dass Prof. Lobin der JLU über Forschungskooperationen, etwa im Bereich der Korpuslinguistik, weiterhin eng verbunden bleiben wird.“

Auch Prof. Lobin freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der JLU: „Die Gießener Sprachwissenschaft ist ein Schwergewicht in Deutschland. Gerade in den letzten Jahren sind hier im Kontext der Kulturwissenschaften wichtige Entwicklungen angestoßen worden. Verbindungen mit dem IDS sind darin bereits in vielfältiger Weise angelegt. Nach fast 20 Jahren an der JLU wird mir der Wechsel aber auch schwer fallen. Diese Universität bietet in Forschung und Lehre hervorragende Bedingungen und ist zugleich von einer besonderen Kollegialität geprägt. Ich bin der JLU für die vielen guten Jahre zu großem Dank verpflichtet.”
Der Name Lobin ist an der JLU vor allem untrennbar verbunden mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI), das er im Jahr 2001 mitbegründet hatte und dessen langjähriger Geschäftsführender Direktor (von 2007 bis 2016) er war. Unter Lobins Leitung waren zwei große Forschungsverbünde am ZMI angesiedelt: Die Auswirkungen der Medialisierung auf kommunikative Kulturtechniken im LOEWE-Schwerpunkt „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“ und die Folgen der Digitalisierung für die Wissenschaftskommunikation im Forschungsverbund „Interactive Science“ (VolkswagenStiftung). Zudem wurde im BMBF-Projekt „GeoBib“ eine Online-Bibliographie der frühen Holocaust- und Lagerliteratur (1933-1949) geschaffen. Nicht zuletzt wurde auf seine Initiative hin der Forschungsschwerpunkt „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“ an der JLU etabliert. Auf eigenen Wunsch hatte Prof. Lobin im Frühsommer 2016 nach neun Jahren die ZMI-Leitung an Prof. Dr. Katrin Lehnen übergeben, um selbst wieder verstärkt in seinem Fachgebiet lehren, forschen und publizieren zu können. Dem ZMI-Direktorium gehörte er weiterhin an.

An der JLU hatte Prof. Lobin zahlreiche weitere Funktionen und Positionen inne. Er war von 2002 bis 2004 Vizepräsident für Forschung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses der JLU, gehörte mehrfach dem Senat an, war Geschäftsführender Direktor des Instituts für Germanistik und Sprecher mehrerer Forschungsverbünde. Zuletzt war er Leiter des Arbeitsbereichs Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik der JLU, Principal Investigator des Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und Sonderbeauftragter des JLU-Präsidiums für China-bezogene Angelegenheiten.

Quelle: idw-online

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