Der Indologe und utb-Autor Prof. Dr. Axel Michaels, Direktor des Exzellenzclusters „Asien und Europa im globalen Kontext“ und Wissenschaftler am Südasien-Institut (SAI) der Universität Heidelberg, erhält den mit 250.000 Euro dotierten Lautenschläger-Forschungspreis. Die Auszeichnung gilt einer „Forscherpersönlichkeit in den Geisteswissenschaften, die durch herausragende wissenschaftliche Leistungen und große internationale Strahlkraft ausgewiesen ist“, betont der Preisstifter und Ehrensenator der Ruperto Carola, Dr. h.c. Manfred Lautenschläger. In seinen Arbeiten zur Kultur- und Religionsgeschichte Südasiens verbindet Axel Michaels auf hervorragende Weise Textstudien und ethnographische Forschung. Damit hat er eine neue Forschungsrichtung, die „Ethno-Indologie“, begründet. Die festliche Verleihung des höchstdotierten Forschungspreises eines privaten Stifters in Deutschland findet am 4. Dezember 2015 an der Universität Heidelberg statt.

Der Lautenschläger-Forschungspreis wird alle zwei Jahre für besondere Leistungen in der Spitzenforschung vergeben. Die Auszeichnung wendet sich an Wissenschaftler der Universität Heidelberg sowie an Forscher aus dem In- und Ausland, die der Ruperto Carola durch Wissenschaftskooperationen in besonderer Weise verbunden sind. Der Unternehmer Manfred Lautenschläger hat den Preis 2001 ins Leben gerufen, um herausragende, im Erkenntnisprozess aktive Forscherinnen und Forscher zu fördern. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Kuratorium weltweit vernetzter Wissenschaftler entscheidet über die Auswahl der Preisträger, die aus allen Disziplinen für den Lautenschläger-Forschungspreis nominiert werden können.

Zu Prof. Michaels Arbeitsschwerpunkten gehören Praxis und Geschichte des Hinduismus in Indien und die Religionen Nepals; in diesem Zusammenhang beschäftigt er sich insbesondere mit Ritualen und Festen. Weitere Themen seiner Forschungsarbeiten sind Sakraltopographie und Sakralgeographie von Benares sowie die hinduistische Askese. Darüber hinaus befasst er sich mit altindischem Recht und der Rechtsliteratur im vormodernen Nepal. Von 2002 bis 2013 war Prof. Michaels Sprecher des von ihm maßgeblich mitgestalteten Sonderforschungsbereichs „Ritualdynamik“. Seit 2007 gehört der Wissenschaftler dem Direktorium des Exzellenzclusters „Asien und Europa im globalen Kontext“ der Universität Heidelberg an und ist geschäftsführender Direktor des Heidelberger Centrums für Transkulturelle Studien (HCTS), das 2013 an der Ruperto Carola gegründet wurde. Zudem leitet er die Forschungsstelle „Religions- und rechtsgeschichtliche Quellen des vormodernen Nepal“ an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Quelle: idw-online

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