In Baden-Württembergs Grundschulen erfolgt der Einstieg in die erste Fremdsprache zum neuen Schuljahr erst ab der dritten Klasse. Die “gewonnenen” Stunden möchte man in Lese- und Schreibkompetenz sowie Mathematik investieren.

Diese Entscheidung führt bei Fachleuten zu geteilten Meinungen.

Der utb-Autor Henning Lobin und Leiter des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim spricht für diese Entscheidung. So hätte man früher den schulischen Zweitsprachenerwerb ab der ersten Klasse mit der Begründung gerechtfertigt, dass die deutsche Sprache schon beherrscht wird. Dies könne man nicht mehr mit Gewissheit behaupten und so könne es auch zu Verwirrung bei Migrantenkindern führen, wenn sie mit einer weiteren Sprache beginnen sollen. Man müsse erst dafür sorgen, dass die Kinder die deutsche Sprache gut beherrschen, denn das wäre die Voraussetzung für den weiteren Spracherwerb. Ansonsten sollten junge Migranten nicht mit einer neuen Sprache anfangen.

Der anglistische Sprachwissenschaftler Holger Hopp widerspricht da seinem Kollegen. Man würde vorschnell Potenziale des frühen Fremdsprachenunterrichts aufgeben, um Deputate zu verschieben. Studien an deutschen bilingualen Grundschulen würden zeigen, dass der frühe Fremdsprachenerwerb mit altersgerechten Materialien und kompetenten Fachlehrern zu guten Ergebnissen führe. Er widerspricht auch der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund, denn man würde den Schülern die Möglichkeit bieten, mit den anderen Schülern gleichzuziehen und Erfolgserlebnisse zu verbuchen. So wären Schüler mit Migrationshintergrund auch bereits mit einer weiteren Herkunftssprache ausgestattet und hätten unter vergleichbaren Bedingungen einen Vorteil gegenüber deutschsprachigen Kindern, denn Mehrsprachigkeit würde den weiteren Spracherwerb erleichtern.

Quelle: www.schwaebische.de; www.pz-news.de

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