Seit 30 Jahren treffen sich Inklusionsforscherinnen und -forscher der Allgemeinen Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik, aber auch aus der Soziologie, der Sozialen Arbeit, Psychologie und Rechtwissenschaft sowie Lehrkräfte und Vertreterinnen von Schulaufsicht, Verbänden und Kommunen jährlich zu einer Arbeitstagung. Treffpunkt ist in diesem Jahr vom 17. bis 20. Februar die Universität Bielefeld. Die Hochschule ist die wissenschaftliche Heimat der Schulprojekte Laborschule und Oberstufenkolleg, an denen Inklusion seit vielen Jahren erprobt und gelebt wird. Das Thema der Tagung lautet „Leistung inklusive? Inklusion in der Leistungsgesellschaft“. Mehr als 250 Menschen werden erwartet.

„Leistung ist ein brisantes Thema“, sagt utb-Autorin Professorin Dr. Birgit Lütje-Klose, die gemeinsam mit Professorin Dr. Annette Textor die Tagung organisiert. „Gerade in der Schule: Wenn man Inklusion fordert und umsetzt, bedeutet das, Menschen an ihren individuellen Möglichkeiten zu messen und nicht an einem Standard.“ Es gehe darum, was in der Gesellschaft als Leistung anerkannt werde: „Messen wir Menschen an dem, was sie für sich erreichen konnten? Oder vergleichen wir sie mit einem fiktiven Durchschnittsmenschen?“, meint Lütje-Klose. In der Schule ergäben sich dabei täglich Spannungsfelder und Konflikte, die ausgehandelt werden müssten. „Einerseits soll Schule Kinder zu Leistungsfähigkeit erziehen, andererseits braucht es dabei Fingerspitzengefühl für die individuellen Ansprüche des Förderns und Forderns. Auch gesellschaftliche Fragen werden dabei berührt: Wollen wir in einer Welt leben, die Kinder zu Konkurrenzdenken erzieht, oder kann man Leistung auch so verstehen, dass sie kooperativ und solidarisch ist?“

Quelle: idw-online

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