„Ein umfassendes Werk in der 8. Auflage, welches das weite Gebiet des Waldbaus behandelt: von der weltweiten Verbreitung des Waldes über die standörtlichen Zusammenhänge bis zur Begründung zw. Verjüngung, Pflege und dem Umbau labiler Bestockungen. Wenngleich der Altersklassenwald und dessen Besonderheiten einen großen Teil einnimmt – dem Plenterwald sind 16 Seiten gewidmet – werden grundlegende Beziehungen zwischen Natur, Mensch und Wirtschaftswald ausführlich und verständlich dargestellt. Stabilität, Waldfunktionen, Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung u.a.m. sind verständlich erläutert. Die in der Forstwirtschaft bisweilen nebulös verwendeten Begriffe “naturnah”, “naturgemäß” und “ökologisch” werden nach Schilderung ihrer Herkunft und ursprünglichen Bedeutung durchaus kritisch-konstruktiv gewürdigt. Der notwendige Blick zurück in die Geschichte, ohne den der Wald von heute nicht zu verstehen ist, wird mit der Besprechung aktueller Konzepte komplettiert. Sehr eindrucksvoll gelungen ist (wieder) das Kapitel der Baumartenwahl. Nicht nur rein wirtschaftliche Erwartungen spielen eine Rolle, sondern auch klimatische und ökologische Kriterien nehmen breiten Raum ein. Hervorragend gelungen ist die stete Verbindung von wissenschaftlichen Ergebnissen, z.B. aus der Waldwachstumskunde, und deren Anwendung im Waldbau, beispielsweise bei Baumartenwahl oder Durchforstungsstrategien. Dass sich die Forstwirtschaft künftig noch stärker mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Störungsökologie befassen muss, ist für den Waldbau eine besondere Herausforderung. Insgesamt wird ein Werk vorgelegt, das in keiner forstlichen Bibliothek fehlen darf. Für theoretisch Interessierte ist es ebenso wertvoll wie für Forstwirtschaft Praktizierende; Studierende der Forstwirtschaft und verwandter Disziplinen inkl. Ökologie und Naturschutz sollten es in ihrer Nähe haben.“

von M. Schölch, am 06.05.2020

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