„Katja Günther fasst gut zusammen, was viele Wissenschaftler*innen sicherlich mindestens einmal während eines Schreibprozesses durchgemacht haben. Dabei bezieht sie ihre Problemlösungen stets auf das Schreibaschram, das sie und eine Kollegin selbst ins Leben gerufen haben. Günther zeigt deutlich, dass Schreiben nicht einfach nur ‘gemacht’ wird i.S. eines Abarbeitens, sondern dass der Schreibprozess immer im Wechselspiel zwischen Geist, Körper und Leben stattfindet. Für das Gelingen eines Projektes zählen also neben der Schreibtätigkeit und ihrer guten Planung und Durchführung auch das Sorgen für Geist und Seele. Es tut fast schon gut, von ihr zu lesen, dass Freizeitaktivitäten ebenso wichtig sind und ohne schlechtes Gewissen vorgenommen werden sollten.

Die Teilung vor, beim, zwischen und nach dem Schreiben ist nachvollziehbar gegliedert und bietet leicht anwendbares Handwerkzeug, um den eigenen Schreibprozess motivierend und produktiv zu gestalten. Es gelingt Günther dabei, die unterschiedlichen Schreibtypen anzusprechen, sodass für jede*n auch geeignete Schreibwerkzeuge zu finden sind. Schließlich folgen noch die Kapitel hinter und um das Schreiben sowie das Schreiben wirklich leben, die hinter die Kulisse der Schreibenden und ihren Motivationen, Ängsten, Zweifel sowie potenziellen Ablenkungsquellen führen. Auch hier werden hilfreiche Strategien beschrieben, wie mit eben genannten Problemen umgegangen werden kann bzw. sie konstruktiv genutzt werden können. Schließlich findet ein Thema Berücksichtigung, das ansonsten nur sehr selten in der Wissenschaft Anerkennung findet: Die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie. Und Katja Günther gibt Mut, dass beides durchaus vereinbar ist.

Insgesamt ist es ein gelungenes Buch, welches jeden Schreibprozess begleiten sollte. Hilfreich ist auch, dass man es quer lesen kann und je nach Bedarf in einem Kapitel einsteigt und andere außer Acht lässt.“

von S. Böse, am 11.08.2020

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