„Katja Günther fasst gut zusammen, was viele Wissenschaftler*innen sicherlich mindestens einmal während eines Schreibprozesses durchgemacht haben. Dabei bezieht sie ihre Problemlösungen stets auf das Schreibaschram, das sie und eine Kollegin selbst ins Leben gerufen haben. Günther zeigt deutlich, dass Schreiben nicht einfach nur ‘gemacht’ wird i.S. eines Abarbeitens, sondern dass der Schreibprozess immer im Wechselspiel zwischen Geist, Körper und Leben stattfindet. Für das Gelingen eines Projektes zählen also neben der Schreibtätigkeit und ihrer guten Planung und Durchführung auch das Sorgen für Geist und Seele. Es tut fast schon gut, von ihr zu lesen, dass Freizeitaktivitäten ebenso wichtig sind und ohne schlechtes Gewissen vorgenommen werden sollten.

Die Teilung vor, beim, zwischen und nach dem Schreiben ist nachvollziehbar gegliedert und bietet leicht anwendbares Handwerkzeug, um den eigenen Schreibprozess motivierend und produktiv zu gestalten. Es gelingt Günther dabei, die unterschiedlichen Schreibtypen anzusprechen, sodass für jede*n auch geeignete Schreibwerkzeuge zu finden sind. Schließlich folgen noch die Kapitel hinter und um das Schreiben sowie das Schreiben wirklich leben, die hinter die Kulisse der Schreibenden und ihren Motivationen, Ängsten, Zweifel sowie potenziellen Ablenkungsquellen führen. Auch hier werden hilfreiche Strategien beschrieben, wie mit eben genannten Problemen umgegangen werden kann bzw. sie konstruktiv genutzt werden können. Schließlich findet ein Thema Berücksichtigung, das ansonsten nur sehr selten in der Wissenschaft Anerkennung findet: Die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie. Und Katja Günther gibt Mut, dass beides durchaus vereinbar ist.

Insgesamt ist es ein gelungenes Buch, welches jeden Schreibprozess begleiten sollte. Hilfreich ist auch, dass man es quer lesen kann und je nach Bedarf in einem Kapitel einsteigt und andere außer Acht lässt.“

von S. Böse, am 11.08.2020

Dozent*innenbewertung

Akademisches Schreiben ist eines der wichtigsten Handwerkszeuge in der Wissenschaft und ein Feld zu dem schon zahlreiche Ratgeberliteratur existiert. Das Buch von Katja Günther ist jedoch anders. Es handelt sich nicht um einen Ratgeber im klassischen Sinne – vielmehr gibt die Autorin in zahlreichen kurzen Kapiteln inspirierende Anregungen und Impulse, dem produktiven Schreiben den Rahmen zu geben, den es benötigt um gelingen zu können. Dabei richtet sie den Blick nicht nur auf individuelle Ressourcen oder Aspekte des universitären Arbeitsalltags, sondern geht gezielt auch der Frage nach, welche Faktoren für eine hohe Lebensqualität und gute Balance zwischen Arbeits- und Privatleben entscheidend sind – was letztlich dem produktiven Schreiben wieder zugutekommt. Dem Ansatz des Selbstcoachings entsprechend schließt jedes Kapitel mit einigen konkreten Fragen, die dazu einladen, kleinere und größere Veränderungen aktiv umzusetzen, neue Wege auszuprobieren und sich der eigenen Schreibarbeit konzentriert zu widmen.
Das Buch eignet sich sowohl für Wissenschaftler*innen, die am Anfang ihrer Karriere und ihrer größeren Schreibprojekte stehen, als auch für diejenigen, die an der Gestaltung ihrer Schreibzeit etwas verändern möchten. Die vielfältigen Anregungen am Ende eines jeden Kapitels, sowie das „Manifest fürs gute Schreiben“ im Anhang machen es darüber hinaus zu einem guten Impulsgeber für Zwischendurch, den man immer wieder gerne zur Hand nehmen kann.

D. Bräuning am 07.10.2020

Dozent*innenbewertung

Dieses Buch bietet einen hervorragenden Einstieg in die Selbstorganisation beim wissenschaftlichen Schreiben. Die Autorin beschreibt zahlreiche hilfreiche Strategien für Wissenschaftler*innen, um sich im Arbeitsalltag zu organisieren. Das Buch ist ganz besonders geeignet für Personen, die sich bisher wenig oder gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Für alle anderen enthält es aber neben altbekannten Strategien auch neue Impulse. Wichtig ist, denke ich, für alle Leser*innen sich auf die vorgeschlagenen Strategien einzulassen. Ganz besonders gefällt mir auch Günthers kritischer Blick auf die Arbeitsbedingungen im Hochschulwesen, ohne dabei das eigentliche Ziel (sich besser aufs Schreiben zu konzentrieren) aus den Augen zu lassen. Darüber hinaus betont sie wie wichtig eine Ausgewogenheit von Arbeits- und Berufsleben ist.

M. Erler am 17.09.2020

Zum Buch „Selbstcoaching in der Wissenschaft“ im utb-shop

 
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