„Was Jürgen Ziemer bescheiden eine „Einführung” nennt, ist doch viel mehr: Ihm gelingt es, verständlich und präzise das weite Feld evangelischer Seelsorge so abzuschreiten, dass Leser eine verlässliche Orientierung über einen zentralen Bereich kirchlicher Praxis gewinnen.

Lesefreundlich von Struktur, Inhalt und Layout möchte es neben Studierenden auch Psychotherapeuten, Sozialpädagogen und interessierte Laien ermutigen, genauer wahrzunehmen, worum es christlicher Seelsorge heute geht.

Die Stärke der Darstellung besteht nicht zuletzt darin, dass sie wohl abgewogen Kriterien zur Reflexion seelsorgerlicher Praxis bereitstellt, und zwar aus Theologie wie Humanwissenschaften. Der pastoralpsychologische Hintergrund des Verfassers ist dabei durchaus klar, doch so, dass auch andere mögliche Zugänge zur Seelsorge so fair und zuverlässig referiert und ins Gespräch gebracht werden, dass sie zur eigenen Urteilsbildung ermutigen. Ausgewogene Literaturübersichten nach jedem Hauptteil laden ein zu weiterer Lektüre.

Nach der Zeit großer Seelsorgedebatten in den achtziger Jahren haben viele der damaligen Gegensätze zu einer fruchtbaren Integration gefunden. Dass theoretisches Konzept und Erfahrungslernen in der Seelsorge keine Alternativen sondern untrennbar sind, zieht sich wie ein roter Faden durch die vorliegende Seelsorgelehre. Und dass Seelsorge nicht Expertentechnik werden darf, wovor sie in der Zeit der Konflikte nicht immer gefeit war, sichert Ziemer dadurch ab, dass er sie als Aufgabe der Gemeinde und eben nicht nur von wenigen Fachleuten versteht.

In guter Symmetrie von theologischer Vergewisserung und psychologischer Orientierung wird die Leserschaft eingeführt in Fragen des Seelsorgegesprächs und des Seelsorgeberufs in seinen unterschiedlichen Profilierungen und Spezialisierungen.“

C. Eyselein, 19.07.2019

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