Hat das gedruckte Buch bei der aktuellen Verdrängung durch E-Books und Co. noch eine Zukunft?

Buchhändlerin Regina Moths sieht in einem gedruckten Buch eine Art Exklusivität, die zur Lebensqualität gehöre. Deshalb glaubt sie auch an die konkurrenzlose Zukunft des Buches: Man müsse selber entscheiden, wie man genieße, ob man auf einem Display oder in einem Buch lese.

ubt-Autor und Professor Henning Lobin sieht die beiden Medien E-Book und gedrucktes Buch auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Es habe über eine längere Zeit ein soziokultureller Wandel stattgefunden, der auf die Produktion und die Art und Weise, wie Texte dargestellt werden, gewirkt hat, so Lobin. Digital und analog sind für ihn zwei unterschiedliche Arten der Verarbeitung, so sei die Fähigkeit, gedruckten Text zu lesen, über Jahrhunderte hinweg optimiert worden, während der Umgang mit digitalen Texten noch ausreifen müsse.

Der Prozess des Lesens im Gehirn sei aber derselbe und funktionierte auf dem Display und auf Papier identisch, es seien die unterschiedlichen zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten, die uns beispielweise bei E-Books verführen, Seiten auszulassen und im Buch herumzuspringen. Das Leseverhalten habe sich durch die oft kürzeren digitalen Texte verändert: Man verliere dadurch die kognitiven Fähigkeiten zur Vertiefung in den Text, sagen Kritiker. Deshalb wird das gedruckte Buch weiterhin neben den digitalen Texten gebraucht.

Quelle: www.br.de

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