utb-Autor und Professor Henning Lobin spricht passend zur Tagung „Deutsch in sozialen Medien“ als Direktor des Instituts für deutsche Sprache über die Stärken und Chancen der heutigen Sprache in den sozialen Medien.

Ganz im Gegensatz zur aktuellen allgemeinen Befürchtung um eine Verrohung und Verschlechterung der deutschen Sprache gewinne sie laut Professor Lobin durch das Digitale neue Bedeutungsebenen und werde dadurch besonders.

Zum einen wird die Sprache multimodal, also Textsprache mit Bildlichkeit verbunden, ähnlich wie in der mittelalterlichen Buchmalerei.

Dadurch werde die Sprache auch vielfältiger, meint Lobin. Es gebe verschiedene Arten der Internet-Kommunikation, so werde bei einer formellen E-Mail sehr genau überlegt, was geschrieben wird. Zusätzlich gebe es durch die Kurznachrichtendienste oder Facebook neue spezielle Formen des Austausches.

Durch das schnelle Verschicken und Erhalten einer Antwort habe sich das Tempo der Kommunikation verändert: Es sei schneller geworden. Man schreibe für den Moment, so Lobin, und nicht mehr, um etwas nachhaltig zu sichern.

Offensichtlich gehe die deutsche Sprache doch nicht den Bach hinunter. Selbst Rechtschreibfehler könnten kreativ genutzt werden, wie es auch schon die Schriftsteller James Jocye und Arno Schmidt getan haben.

Quelle: www.deutschlandfunkkultur.de, Gabi Wuttke

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