Thorsten Kirstges sprach im Interview mit Sabine Brandi vom WDR 5 über die Auswirkungen von Corona auf den Tourismus.

Wenig Flugzeuge in der Luft, keine Kreuzfahrtschiffe auf den Meeren, keine überfüllten Strände. Die Coronakrise beschert der Natur eine Verschnaufpause. Doch obwohl durch Flüge Emissionen frei werden und Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl fahren, sei der Tourismus eine relativ saubere Industrie, so Kirstges. Der Tourismusforscher geht davon aus, das nach Corona, das momentan klimaschonende Verhalten – also der Verzicht auf Flugreisen und Kreuzfahrtreisen – wieder vorbei sein werde. Corona sei für die Tourismuswirtschaft eine Katastrophe, äußert Kirstges. Auch die staatlichen Mittel würden kaum weiterhelfen. Die ganze Branche sei massiv betroffen, vom Restaurantbesitzer oder Hotelier über Flugunternehmen, Reiseanbieter und die D-Bahn. Man dürfe nicht vergessen, dass dahinter viele Einzelschicksale stünden und man könne nur hoffen, dass sich die Branche wieder erhole.
Die gehemmte Reiselust ins Ausland sei durch die Angst zu erklären im Ausland zu erkranken oder bei einem Corona-Ausbruch nicht einfach wieder zurückreisen zu können. Daneben gebe es jedoch auch Familien, die dieses Jahr, bedingt durch den Virus, kein Geld für Reisen zur Verfügung hätten. Auch Risikogruppen hätten Bedenken zu verreisen. Deutschland ist somit dieses Jahr als Reiseziel besonders gefragt. Doch dies sei nicht nur durch die Pandemie bedingt, erklärt der Tourismusforscher. Normalerweise werden 1/4 aller Reisen innerhalb Deutschlands verbracht. Aufgrund von Corona würden nun auch Ecken bereist, die normalerweise nicht so gut besucht seien. Dies werde nach Corona wieder vorbei sein, mutmaßt Kirstges.

Quelle: wdr.de, WDR 5 Neugier genügt – Redezeit

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