Probleme mit dem Konjunktiv oder der Unterschied zwischen scheinbar und anscheinend. Bei immer mehr Studierenden der Rechtswissenschaft mangelt es an der Sprachkompetenz. Wo die Gründe hierfür liegen und was sich ändern muss, das haben wir Frau Monika Hoffmann in unserem utb-Autoreninterview gefragt.

  1. Frau Hoffmann, Sie sind promovierte Sprachwissenschaftlerin, schreiben Sprachratgeber und unterrichten Deutsch in der Erwachsenenbildung. Woher stammt die Idee, ein Buch speziell für Jurastudenten zu machen?

Ich unterrichte seit vielen Jahren Verwaltungsdeutsch im Rahmen des Klartext-Projekts, das die Stadt Wiesbaden zusammen mit der Gesellschaft für deutsche Sprache ins Leben gerufen hat. Deshalb halte ich immer ein Auge auf Rechts- und Verwaltungstexte. Dabei ist es zu einer Art Denksport geworden, zu überlegen, wie man diese Texte verbessern kann. Also hatte ich das Thema bereits im Hinterkopf. Auslöser für die Umsetzung in einem Buch war das Interview mit Prof. Jantina Nord auf Spiegel Online. Das habe ich an den Schöningh-Verlag weitergeleitet mit der Frage: „Sollten wir darauf nicht reagieren?“ Und wir haben darauf reagiert.

 

  1. Die Juristin Jantina Nord hat in dem Vorwort Ihres Buchs beschrieben, wie schlecht Studierende mit der deutschen Sprache umgehen. Können Sie das aus der Praxis bestätigen? Und woran liegen diese sprachlichen Defizite?

Prof. Nord spricht über Studierende in den Rechtswissenschaften. Die haben es mit der Rechtssprache zu tun, und die ist nun einmal besonders anspruchsvoll. Denn sie muss rechtssicher und verständlich zugleich sein. Die Rechtssprache ist niemandem in die Wiege gelegt, sondern verlangt, dass man sich mit ihr beschäftigt. Vielleicht ist genau das der Punkt, der vielen Studierenden nicht klar ist. Sie schenken der Sprache nicht genug Beachtung.

 

  1. Was muss sich ändern (im Bildungswesen/in der Familie/…), damit es keine so großen Defizite mehr gibt?

Wenn die Defizite – wie ich vermute – daran liegen, dass die Sprache nicht genügend beachtet wird, dann gibt es eine einfache Lösung: Wir sollten sie mehr beachten, mehr darüber reden, mehr erklären, mehr zeigen. In den Schulen sollten wir den Lernenden sagen, wenn sie Fehler machen, und nicht alles gutheißen, was ihnen später im Leben dann doch angekreidet wird.

 

  1. Welche Schwerpunkte haben Sie in Ihrem Buch gelegt? In welchem Bereich bemerken Sie gehäuft Schwierigkeiten?

Schwerpunkt ist der Satzbau. Denn der entscheidet darüber, ob sich ein Text flüssig oder holprig liest. Er ist außerdem Grundlage der Zeichensetzung. Wer den Satzbau verstanden hat, weiß auch, wo Kommas fällig sind. Andere Themen, die erfahrungsgemäß auf große Nachfrage treffen, sind die indirekte Rede und die das/s-Frage. Die indirekte Rede spielt gerade in Rechtstexten eine wichtige Rolle, weil sie klar zuordnet, wer was gesagt hat. Bei der Unterscheidung von das und dass geht es um etwas Grundlegendes. Hier signalisieren Fehler mangelnden Durchblick. Das wäre kein gutes Image für jemanden in einem Rechtsberuf. Wer’s dagegen richtig macht, zeigt der Welt: Ich weiß, wie’s geht!

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Dozentenbewertung

Kundenmeinung von D. Baetge am 10.03.2015 Bewertung :

Das Buch füllt eine Marktlücke. Unzureichende Deutschkenntnisse stellen heutzutage im Studium ein echtes Problem dar. Das Werk hilft, diesen Missstand zu beheben.

Studierendenbewertung

Kundenmeinung von Sarah H. am 17.02.2015Bewertung :

Ein sehr gut gegliedertes und übersichtliches Buch. Gerade Jurastudenten können sehr hiervon profitieren, was die zukünftigen Klausuren angeht. […] Die Autorin hat an alles gedacht. Die Lektionen sind sehr anschaulich und verständlich gestaltet. So gibt es z.B. öfter mal Tabellen oder Unterstreichungen. Die Lektionen enden jeweils mit Übungen. Praktischerweise wurde hier auch gleich Platz gelassen, zum Lösen der Übungsaufgaben. Die Aufgaben sind einfach klasse! Man kann das eben Gelernte gleich praktisch anwenden 🙂
[…] Fazit: ein sehr empfehlenswertes Buch

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