Schon die neue Ausgabe des Studierenden-Magazins “Audimax” gelesen? Mit passender Liegestuhlillustration gibt es dort Studienhilfe-Hinweise vom Autor des “Writing Code”. 

So sieht das Studierenden-Magazin “Audimax” in seiner aktuellen Ausgabe die Empfehlungen der Abschlussarbeiten-Hilfestellungen aus dem Writing-Code. Bild: Bildschirmfoto/Audimax.

Den ganzen Beitrag gibt es vom Autor hier noch einmal ungekürzt für die UTB-Blog-LeserInnen:

Schon wieder hinter dem Zeitplan?

Halb so schlimm!

 

Bessere Abschlussarbeiten in kürzerer Zeit

Super, wieder den ganzen Tag verdödelt, prokrastiniert sagen die Experten. Dabei habe ich eigentlich beste Voraussetzungen: eine gute Bibliothek, einen schönen Arbeitsplatz dort sowie einen ruhigen Schreibort zuhause, dazu jede Menge Motivation für das Thema, und meine Freunde und sogar meine Familie unterstützen mich, wo sie können. Trotzdem steht da ein „eigentlich“. Kack!

Die Aufgabe ist mir regelmäßig zu groß, ich denke, wenn ich weniger als zwei Stunden Zeit habe, dann lohnt es sich sowieso gar nicht, mich meinem „Großprojekt“ Abschlussarbeit zuzuwenden. Und die guten Ratschläge, ehrlich gesagt, die kommen mir auch zu den Ohren raus: „Das wird schon!“, „Da mussten wir alle durch!“, „Das ist gar nicht so schwer, auch wenn Du glaubst, nicht schreiben zu können!“, „Du musst nur alle Ablenkungen abstellen, dann geht das wie von alleine!“.

Aber: kann ich nicht. Alles nicht. Ich bin wie vernagelt, sehe nur, dass ich dem Ende nicht näher komme und mit jedem neuen Tag nimmt der Stress auch noch zu. Was tun? Nun, ich versuche es also ein letztes Mal mit einem Ratgeber – „Writing Code“ heißt der, und er verspricht, dass man bessere Abschlussarbeiten in kürzerer Zeit schreiben kann. Mal sehen.

Nun, eine ziemlich lange Reihe von Empfehlungen und Vorschlägen gibt es da. Mir persönlich gefällt tatsächlich die Übersicht im ersten Kapitel am besten. Da gibt es alles auf einen Blick – und zur Vertiefung kann man dann weiter ins Buch hineinlesen. Das mache ich aber erst einmal nicht, ich habe ja keine Zeit zu verlieren und für sowas schon gar nicht. Was ich Euch sagen kann: Passt! Um mich kurz zu fassen (muss ja gleich wieder zurück in meine Abschlussarbeitsdatei): Was ich dabei gelernt habe, hier die für mich wichtigsten Tipps im Schnelldurchgang. Ich weiß schließlich: Ihr habt ja auch keine Zeit zu verlieren!

 

Alles aufschreiben und das Denken gliedern!

Es gibt nichts Wichtigeres als Deine Gliederung. Die erstellst Du bereits am Anfang, unmittelbar nachdem Du Dich für ein Thema entschieden hast, von dem Du noch keine große Ahnung besitzt. Entscheidend dabei: Sie ist nicht fix, sie wächst, schrumpft, verändert sich, sammelt erst kürzere, dann längere Überschriften, erhält vielleicht mit der Zeit eine weitere Gliederungsebene. Das Entscheidende: Sie gliedert Dein Denken – also im Idealfall tut sie das. Denn dieses kommt Dir beinahe jeden Tag – zumindest sehr regelmäßig bei großen Schreibprojekten – abhanden. Deshalb ja musst Du auch alles aufschreiben. Und, folgst Du dem ‚Writing Code’, dann schreibst Du alles auf, wirklich alles – Zitate die Dir begegnen, Hinweise von Freunden und Kommilitonen, Ideen und Verweise auf andere Literaturstellen.

 

Nicht vergessen: Rohfassungen sind unfertig!

Keine Angst: Es darf unfertig sein, wichtig ist, dass es aufgeschrieben wird. Man erinnert sich nämlich oft im Nachhinein an eine gute Idee, einen Vorschlag, einen Tipp – aber so genau hat man es dann doch nicht mehr präsent. Wenn es im Text steht, findet man es schnell mit der Suchfunktion. Der Trick dabei: Ihr bemüht Euch alles stets schon an der richtigen Stelle in der Arbeit einzubinden. Die Hinweise stehen dann vielleicht schon im richtigen Kapitel, im passenden Abschnitt und möglicherweise sogar zu einem Unterabschnitt zugeordnet – und Ihr erfasst sofort und unmittelbar die Quellen, wo Ihr etwas gefunden habt, das ist ganz wichtig! Weil dann ja alles sowieso wie eine Stoffsammlung wirkt, wird es auch nicht zu Schreibblockaden kommen, denn im eigentlichen Sinne schreibt Ihr ja nicht, Ihr sammelt und ordnet. Das nur scheinbar chaotisch strukturierte Dokument ist ja eher so etwas wie ein Rechercheprotokoll und Ergebnis einer Stoffsammlung. Da muss man auf Stil und Schönschreiben erst einmal nicht achten – also ist es auch kein „Schreiben“ – oder doch?

 

Simpel aber wirkungsvoll: die Gliederungsansicht!

Man darf bei alledem mutig bleiben, im Arbeitsverlauf sehr großzügig einzelne Abschnitte und Elemente verschieben, wenn man während der Arbeit erkennt, dass dieser Gedankengang viel besser einem anderen Kapitel zuzuordnen ist. Und jetzt kommt der total simple Hinweis aus dem ‚Writing Code’, der meine Arbeitsweise tatsächlich nachhaltig verändert hat. Der Autor sagt da ganz lapidar: „Schreibt immer in der Gliederungsansicht Eurer Textverarbeitung!“ . Ich denke: „Hä, was meint der?“, und ich gehe auf die Suche, finde tatsächlich eine Einstellung, die sich sogar „Gliederungsansicht“ nennt und erkenne sofort den entscheidenden Vorteil, weiß nun auch, warum ich gefälligst gleich zu Beginn gliedern und mit Überschriften und Zwischentiteln arbeiten soll. Der Grund? Ich kann in der Gliederungsansicht jedes Kapitel oder Unterkapitel einzeln öffnen und ansonsten nur die erste, zweite, dritte oder vierte Überschriftenebene einblenden. Total simpel! Aber wirksam.

 

Gewohnheiten? Einfach auf den Kopf stellen!

Noch etwas, das mich überzeugt hat: Aber, Vorsicht, dafür müsst Ihr echt mit Euren Gewohnheiten brechen! Geschrieben wird nämlich nach diesem „Writing Code “ nicht von vorne nach hinten – sondern von unten nach oben. Ihr zweifelt? Ich habe es ausprobiert, man muss sich immer wieder neu darauf verpflichten, wenn man es jedoch einmal intus hat, dann läuft es. Ist ja auch klar – Ihr habt ja in der Arbeitsweise eine super Stoffsammlung angelegt – und die will jetzt noch einmal zielgerichtet geordnet werden, und das geht eben am besten, wenn man auf der untersten Gliederungsebene anfängt und sich nach und nach weiter nach oben tastet. Der Vorteil dabei: Du kannst dann auf der höchsten Ebene so genannte Leuchttürme einfügen, das sind elegante Überleitungen zwischen den Kapiteln, die jeweils in alle Richtungen das Feld Deiner Arbeit ausleuchten.

 

Noch was? Naja, jede Menge!

Das sind übersichtliche Tipps – natürlich hat der „Writing Code“ noch andere Schwerpunkte – wie man sich durch die Entscheidung hangelt, eine richtige Methode zu finden, zum Beispiel. Oder welche Hilfestellungen es bei Prokrastination gibt. Dennoch: Der wesentliche Schritt zum Erfolg liegt darin, frühzeitig zu gliedern, dies in der richtigen Einstellung der Software und mit Formatvorlagen zu tun und am Ende von unten nach Oben bezogen auf die Gliederungsebenen zu schreiben. Ich kann dabei versichern: Es ist nur am Anfang etwas anstrengend. Wenn man sich einmal umgestellt hat, geht die Arbeit gefühlt wirklich leichter von der Hand!

 

 
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