utb-Autor und Professor der Geologie Fritz Schlunegger hat mit seinem Team der Universität Bern erstmals den Entstehungsprozess von Karmulden nachgewiesen.

Bei Karmulden handelt es sich um alpine Landschaften mit einer Mulde und einem See darin, begrenzt durch einen steilen Gipfelkranz. Das Team rund um Schlunegger konnte nachweisen, dass diese Karmulden mit der Abtragung von Gletschern zusammenhängen. Diese raspeln in ihrem Ursprungsgebiet den Fels nach hinten, übertiefen diesen dabei und erzeugen so eine Mulde – die Karmulde. Dort kann sich ein See bilden, wenn der Gletscher vollständig weggeschmolzen ist.

Mit einer speziellen Technik von kosmischen Teilchen, der Myonen-Radiographie, konnte das Team den Eigergletscher an seinem Beginn „röntgen“. Die Spuren davon wurden anschließend im Labor unter dem Mikroskop auf Filmen vermessen und gescannt, sodass ein hochauflösendes 3D-Bild angefertigt werden konnte.

Dadurch konnte die Abraspelung hin zu Vertiefungen nachgewiesen werden– und die Entstehung der Karmulden. Zwar wurden diese Abtragungsmechanismen schon früher postuliert, allerdings konnte Schlunegger samt dem Berner Team diesen Prozess nun erstmalig nachweisen.

Quelle: www.pro-physik.de

Zum Buch „Erdwissenschaften“ von Fritz Schlunegger »

Getagged mit
 
#commentform .comment-form-url { display: none; }