Im Podcast “Coronaland” der shz (Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag) war der renommierte Klimaforscher und utb-Autor Mojib Latif zu Gast.

Die aktuelle Corona-Situation habe keine Auswirkung auf das Klima, sagte Prof. Dr. Latif. Zwar seien Wasser- und Luftqualität besser geworden, der Klimawandel beruhe jedoch auf dem jahrzehntelangen Eintrag von CO2 in die Atmosphäre und sei davon unbeeinflusst.

Momentan lägen die Schätzungen bei einer weltweiten Reduktion von 8 % an schädlichem CO2 für das Jahr 2020. Um etwas am drohenden Klimawandel zu ändern, müssten wir aber jedes weitere Jahr 8 % einsparen, um 2050 klimaneutral zu sein. Eine einmalige Reduktion bringe nichts, so der Klimaforscher.

Die deutschen Klimaziele für 2020 seien in greifbare Nähe gerückt, nicht nur durch Corona, sondern auch durch den europäischen Emissionshandel. Die Bepreisung des Kohlendioxidausstoßes sei ein wirkungsvolles Instrument. Wichtig sei es nun, trotz Corona, an der Bepreisung und dem Kohleausstieg festzuhalten. Weltweit seien extreme Anstrengungen nötig, um die Klimakrise zu bewältigen. Es sei nun die letzte Chance, das Ruder herumzureißen, appelliert Latif.

Das Klimaproblem könne nur gelöst werden, wenn alle Länder mitmachten. Internationale Interaktionen seien wichtig im Bemühen gegen den Klimawandel.

Es sei gerechtfertigt, dass die Corona-Krise im Zentrum der Berichterstattung stehe. Die Klimakrise dürfe jedoch nicht aus dem Fokus geraten. Die finanziellen Hilfen, die jetzt gegeben werden, müssten auch in eine klimaneutrale Gesellschaft investiert werden.

Seit Millionen Jahren habe es keinen so hohen CO2 Gehalt in der Luft mehr gegeben, wie im Moment, sagt der Wissenschaftler. Nur das Land, das jetzt auf neue Technologien setze, werde in Zukunft ökonomisch vorne sein.

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