Von 10 000 Menschen erkranken zwischen 60 und 100 an Autismus. Die utb-Autorin Inge Kamp-Becker und ihr  Forschungsteam suchen nach wissenschaftlichen Methoden, um eine frühzeitige und gesicherte Diagnose stellen zu können.
Das öffentliche Interesse an der Erkrankung hat in den letzten Jahren stark zugenommen, trotzdem gibt es für die Forscher noch viele Wissenslücken. Es gibt zum Beispiel kein verlässliches Diagnosetool mit dem Autismus schon im frühen Kindesalter nachgewiesen werden könnte.
Doch gerade eine Früherkennung wäre wichtig um frühzeitig mit sinnvollen Therapiemaßnahmen zu beginnen.
Wissenschaftler suchen schon seit längerem nach sogenannten Biomarkern, zum Beispiel Zellen oder Genen. Diese biologischen Merkmale müssen für normale oder eben auch krankhafte Prozesse im Körper objektiv messbar und bewertbar sein.
200 bis 1000 Gene seien, so Inge-Kamp an der Krankheitsentstehung des Autismus beteiligt. Es sei daher sehr schwierig Biomarker auf genetischer Ebene zu finden.
Frau Kamp-Becker und ihr Forschungsteam suchen nun nach neuen Methoden um die Erkrankung zu erkennen. Dafür wird das Blickverhalten von autistischen Kindern und Erwachsenen untersucht. Dabei werden die Bewegungsmuster der Augen analysiert. In einer weiteren Studie, die von Kamp-Becker koordiniert wird, werden Daten von mehr als 2 500 Patienten aus vier Spezialambulanzen gesammelt und ausgewertet um Symptome zu identifizieren, die Autismus von anderen psychischen Störungen unterscheiden.
Die Herausforderung sei, dass Autismus kein eindeutiges Krankheitsbild habe, sondern ein vielfältiges Störungsbild, erläutert Inge Kamp-Becker. Medikamente gegen die Symptome des Autismus gäbe es nicht, lediglich gegen die häufigen Begleitsymptome wie ADHS oder Schlaflosigkeit.

Quelle: op-marburg.de, Manfred Hitzeroth

Frau Inge Kamp-Becker hat an der Universität Marburg eine Professur für Autismus-Spektrum-Störungen inne.

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