Der utb-Autor Sascha Bechmann und seine Kollegin Julia Riedel haben an der Universität Düsseldorf eine interdisziplinäre Studie in Zusammenarbeit mit deutschen Hausärzteverbänden durchgeführt, bei der 197 Ärzte, überwiegend Hausärzte, zu ihren Erfahrungen mit Arztbriefen befragt wurden. 96 % der Befragten gaben an, schon mit missverständlichen klinischen Entlassungsbriefen konfrontiert worden zu sein.

Die Autoren der Studie plädieren für die Einhaltung von strukturellen und inhaltlichen Standards. Hausärzte lesen häufig mehrere klinische Entlassungsbriefe pro Tag. Diese werden oft nur oberflächlich gelesen.

Mehr als 98 % der Hausärzte gaben an, Arztbriefe manchmal nicht auf Anhieb zu verstehen. Dies könne, so glauben 90 % der Befragten, zu Behandlungsfehlern führen. Insbesondere verwirren Abkürzungen, die nicht der medizinischen Nomenklatur entsprechen, die Ärzte.

Problematisch seien auch Unklarheiten bei den Therapieempfehlungen. Es sei mitunter nicht nachvollziehbar, warum manche Medikamente weggelassen und andere hinzugefügt worden seien.

Kurz und prägnant sollten Arztbriefe sein. Da sie ein wichtiges Instrumentarium der Kommunikation von Arzt zu Arzt darstellen, sollte das Schreiben eines Arztbriefes standardisiert und das Schreiben bereits im Studium erlernt werden.

Quelle: medical-tribune.de

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