Tübinger Wissenschaftler, darunter der utb-Autor Ulrich Trautwein, haben untersucht, ob es sich auf die Persönlichkeit von Jugendlichen auswirkt, wenn sie nach dem Abschluss der zehnten Klasse weiterhin zur Schule gehen oder sich für eine Ausbildung entscheiden. Das Ergebnis der Studie besagt, dass Jugendliche, die sich für das Arbeitsleben entschieden hatten, fleißiger und disziplinierter wurden, dass jedoch ihr Interesse an forschenden, unternehmerischen und sozialen Tätigkeiten im Vergleich zu Gleichaltrigen, die weiterhin die Schule besuchten, abnahm.

Fast 2.100 Schüler hatten bei der ersten Umfrage teilgenommen. Sechs Jahre später wurden mehr als 500 ehemalige Teilnehmer befragt, von denen 224 weiterhin zur Schule gegangen waren, während 284 sich für eine Ausbildung entschieden hatten.
Die Entscheidung für Schule oder Beruf ist von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Die Wissenschaftler konnten feststellen, dass insbesondere die Schulleistung und der familiäre Hintergrund eine Rolle spiele.

Auszubildende werden in der Arbeitswelt mit klar definierten Anforderungen und strengeren Verhaltensregeln als in der Schule konfrontiert, dies könnte in dieser Gruppe die Disziplin steigern, vermuten die Wissenschaftler.

Ulrich Trautwein weist darauf hin, dass die Lernumgebung von großer Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen sei und dass Wissenschaft und Praxis deshalb gefordert seien, ein noch besseres Verständnis von der Qualität und den Effekten von Schule und Ausbildung zu bekommen.

Quelle: www. news4teachers.de

Ulrich Trautwein ist Autor des Buches “Psychologie des Unterrichts” »

Getagged mit
 
#commentform .comment-form-url { display: none; }