Im Interview mit den “Potsdamer Neueste Nachrichten” sprach Bildungsexperte und utb-Autor Prof. Dr. Wilfried Schubarth über die fehlende demokratische Bildung in deutschen Schulen.

Politisches Wissen bei Schülern sei im internationalen Vergleich in Deutschland unterdurchschnittlich. Schüler würden auch zu selten im Unterricht durch die Lehrkräfte zu ihrer politischen Meinung befragt. Es sei daher wichtig, mehr für demokratische Bildung und Aufklärung zu tun. Besonders in Hinblick auf die Wahlerfolge der AfD bei den Jungwählern.

Ein Ziel sollte sein, bei allen Schülern eine demokratische Grundhaltung zu erreichen. Wilfried Schubarth bemängelt, dass politische Bildung an deutschen Schulen zu wenig vermittelt würde. Es gebe einen Bildungsauftrag an die Lehrkräfte in allen Fächern demokratische Werte zu vermitteln. Dies könne durch das Einüben einfacher demokratischer Prozesse erfolgen: Wie spricht man respektvoll mit anderen? Wie kann man Kompromisse finden? Auch könne im Unterricht das Geschichtsbewusstsein gefördert werden.

Die schlechten Ergebnisse der Pisa-Studie hätten, so Schubarth, dazu geführt, dass das Hauptaugenmerk auf Fächern wie Deutsch, Mathe und Englisch liege, und die anderen Fächer, auch die politische Bildung, seien dadurch weitere zurückgedrängt worden.

Angehende Lehrkräfte sollten im Studium lernen demokratische Werte zu vermitteln, plädiert der Bildungsexperte. Vielen sei es nicht bewusst, dass eben dies ihr zukünftiger Auftrag sei. In der Lehrerbildung sei es aber schwer, neue Themen zu platzieren. Daher müsste versucht werden Dinge miteinander zu verbinden. Wie zum Beispiel Gewaltprävention mit Demokratiebildung und Schulentwicklung.

Quelle: Potsdamer Neueste Nachrichten, Jan Kixmüller

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