„Die BWL-Story“ von Günther Schanz ist ein Buch, das allein schon aufgrund seines Titels Interesse weckt. Für den BWLer, der sich vertieft – also über die anwendungsorientiert-alltäglichen Belange hinaus – mit seinem Fachgebiet auseinandersetzen möchte, bietet es einen fundierte, interessant zu lesenden Einblick in die Evolution des eigenen Wissenschaftsgebiets.
Hierbei ist eine starke Fokussierung auf die „deutsche“ BWL festzustellen; Namen wie Schmalenbach oder Gutenberg sind dabei nicht unerwartet. Bei einer stärkeren internationalen Ausrichtung der Darstellung wären Namen wie Jay W. Forrester, Herbert Simon oder Michael E. Porter möglicherweise der Erwähnung wert gewesen. Der Einfluss der oben genannten Personen auch auf die deutsche BWL ist unbestreitbar.
Zwar stellt der Autor in seinem Buch fest, „… dass es zur deutschen Betriebswirtschaftslehre in den angelsächsischen Ländern kein einigermaßen deckungsgleiches Pendant gibt“ (Seite 141). Dennoch wäre es aus meiner Sicht wünschenswert gewesen, wenn bei der Beschreibung des Buches (z.B. auf dem Rückentitel) ein Hinweis gegeben worden wäre, dass es um die geschichtliche Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre in Deutschland geht.
Im weiteren Kontext des umweltorientierten Ansatzes der BWL hätte man weiterhin kurz auf den Shareholder- und den Stakeholder-Ansatz eingehen können, da diese in der neueren BWL eine gewisse Rolle gespielt haben.
Abschließend sei angemerkt: Titel und inhaltliche Ausrichtung des Buches sind gut gewählt und wecken in Fachkreisen in hohem Maße Interesse. Selten bin ich von Fachkollegen oder von interessierten Studierenden so oft angesprochen worden, ob man einmal einen Blick ins Buch hineinwerfen darf!

Stefanie Müller, 24.07.2019

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