Studierende stolpern oft über die verschiedenen Arten der Zitation und das ist auch kein Wunder, denn oft wechseln die Stile bereits innerhalb der einzelnen Fachbereiche von Dozent zu Dozent.

Lydia Prexl erklärt in ihrem Buch „Mit digitalen Quellen arbeiten„, wie wissenschaftliches Arbeiten im digitalen Zeitalter funktioniert. Prexl unterstützt als Schreibberaterin der Universität Mannheim Studierende bei allen Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens und Schreibens und ist freiberuflich als Trainerin und Journalistin tätig.

Grundsätzlich unterscheidet man drei Zitiersysteme für Quellenangaben im Text: Ein Fußnotensystem, ein Endnotensystem und ein Autor-Jahr-System.

Lydia Preyl „Mit digitalen Quellen arbeiten“ S.80

Fußnotensystem

Das Fußnotensystem arbeitet mit hochgestellten Referenznummern, die Fußnote selbst findet sich dann am Seitenende. Dieses System ist insbesondere in den Geistes- und Geschichtswissenschaften sehr verbreitet. Es hat hier seine Berechtigung, da in diesen Disziplinen mit sehr vielen Quellen gearbeitet wird und diese oft umfassend kommentiert werden. Innerhalb des Fußnotensystems gibt es zudem die Möglichkeit, Voll- oder Kurzbelege zu verwenden. Vollbelege beinhalten alle erforderlichen bibliographischen Quellenangaben. Ein Literaturverzeichnis ist damit strenggenommen überflüssig, wird in der Praxis aber in der Regel dennoch hinzugefügt. Der Kurzbeleg hingegen enthält in der Regel nur Angaben zu Autor, Jahr und ggf. Seite und unterscheidet sich damit inhaltlich nicht vom Autor-Jahr-System – einzig der Ort des Belegs ist nicht im Text, sondern am Seitenende. Die vollständigen bibliographischen Angaben finden sich dann im Literaturverzeichnis. In der Praxis existiert innerhalb des Fußnotensystems übrigens oft eine Mischung: Bei der ersten Nennung verwenden Autoren einen Vollbeleg, alle weiteren Erwähnungen erfolgen nur noch im Kurzbeleg-Stil.

Endnotensystem

Das Endnotensystem arbeitet mit Nummernangaben im Text, die in der Regel in eckigen Klammern stehen, z. B. [23]. Teilweise finden sich statt der Referenznummern auch Referenzkürzel, z. B. [Sa23], wobei das „Sa“ in diesem Fall für den Autoren Sadger steht. Die Endnoten werden dann entweder nach jedem einzelnen Kapitel oder am Ende des Textteils aufgelöst. Auch hier kommen entweder Kurz- oder Vollbelege zur Anwendung. Das Endnotensystem findet insbesondere in den Ingenieurs-und Naturwissenschaften sowie in der Informatik Anwendung. Gerade bei langen Texten ist dieses System sehr leserunfreundlich, da der Leser immer zwischen dem Textteil und den Endnoten hin- und her blättern muss. Aufgrund seiner Unübersichtlichkeit sollten Sie vom Endnotensystem daher Abstand nehmen.

Autor-Jahr-System

Das Autor-Jahr-System nennt Kurzangaben zu Verfasser, Jahr und ggf. Seite im Text. Es wird insbesondere in den sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern angewendet. Wichtige Zitierstile innerhalb dieses Zitiersystems sind der Harvard-Stil sowie die Stile der American Psychological Association (APA-Stil) und der Modern Language Association (MLA-Stil).

Zitierstile

Neben diesen Zitationssystemen gibt es eine kaum überschaubare Anzahl an Zitierstilen, die sich meist durch Kleinigkeiten unterscheiden, etwa durch die Interpunktion oder die Frage, welche Informationen kursiv gesetzt werden. Hier kommt es vor, dass jeder Lehrstuhl innerhalb einer Fakultät andere Vorgaben macht; andere Betreuer lassen den Studierenden hingegen völlig freie Hand. Bitte erkundigen Sie sich daher, ob an Ihrem Lehrstuhl oder Ihrem Institut formale Richtlinien für die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit existieren. Die Vorgaben des Betreuers haben in der Regel Vorrang vor den allgemeinen Vorgaben der Fakultät.

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