Die Themenfindung und die daraus resultierende Fragestellung der wissenschaftlichen Arbeit stellen die entscheidenden Faktoren für Erfolg oder Scheitern dar, da hiermit der Grundstein für die vertiefte Bearbeitung und eine sinnvolle Richtung eingeschlagen werden soll. Aus diesem Grund sollte diese Phase nicht voreilig abgeschlossen sein. (…)

Rödiger Voss

 

Diese und weitere Tipps rund ums Schreiben gibt Dr. Rödiger Voss in seinem Buch „Wissenschaftliches Arbeiten“. Voss ist Wissenschafts- und Karrierecoach sowie Professor für Betriebswirtschaftslehre und Lernmanagement in Zürich.

Ideenquellen für ein Thema

Bei Bachelor-, Master-, und Doktorarbeiten befinden sich Studierenden oft in der glücklichen Lage, ein Thema frei nach ihren Interessen wählen zu können. Besonders das Eigeninteresse an einem Thema kann eine sehr wichtige Motivationsquelle für den weiteren Verlauf der Arbeit sein. Bei Seminararbeiten und Projektarbeiten stehen in der Regel mehrere Themen zur Auswahl, die an den eigenen Interessen orientiert werden können. Bevor die Bearbeitung begonnen wird, lohnt es sich allerdings, die eigenen Begabungen und Fähigkeiten genau abzuschätzen (…), denn bestimmte Themen und deren Bearbeitung sind nicht für jeden geeignet.

(…) Nachdem die eigenen Fähigkeiten und Ambitionen abgesteckt sind, können unterschiedliche Wege der Themenfindung und Hilfsmittel sondiert werden (…). Es gilt also die Frage zu beantworten: „Wo finde ich Themen für meine wissenschaftliche Arbeit?“

Rödiger Voss „Wissenschaftliches Arbeiten“ S.65
1 „Fertige“ Themen

Es handelt sich um von Dozierenden oder Lehrstühlen vorgegebene Fragestellungen sowie mit feststehender Durchführung oder Auswertung der Untersuchung. Solche Themen mögen auf den ersten Blick leichter zu bearbeiten sein, gleichzeitig sind sie aber weniger motivierend. Die Anpassung eigener Interessen an solche vorgegebenen Bedingungen öffnet wenig Spielraum für Eigenideen und kann daraus resultierend Motivations-Probleme bedingen. Häufig existieren solche strengen Themenvorgaben für Seminar- oder Gruppensemesterarbeiten.

2 Praxis

Wenn ein Studierender ein Praktikum absolviert hat oder neben dem Studium in einem Unternehmen arbeitet, lassen sich oft eine Reihe von möglichen Themen aus dieser Tätigkeit ableiten. Es kann sein, dass der Arbeitgeber auf den Studierenden direkt mit Themenvorschlägen zukommt. Andererseits schadet es nicht, selbst aktiv zu werden und dem Arbeitgeber eigene Themenvorschläge zu offerieren. Ein weiterer Weg zur Themenfindung wäre eine ausgeschriebene Auftragsarbeit über ein Unternehmen, was sogar zu einem kleinen finanziellen Verdienst führen kann. (…)

3 Hochschullehre

In Lehrveranstaltungen wie Seminaren bearbeiten Studierende überwiegend Themenbereiche in kleinen Gruppen, was eine gute Ausganglage für spätere Bachelor- oder Masterarbeiten zu einer affinen Fragestellung bilden kann. Hier finden Studierende zudem die geeignete Motivation indem sie sich mit Anleitung und gegenseitiger Hilfe Basiswissen erarbeiten, Literatur zusammentragen oder Praktisches wie Fragebogenkonstruktion und statistische Analysen gemeinsam durchführen. Aber auch andere Veranstaltungstypen bieten gute Gelegenheit, um Anregungen für Themen zu finden: Durch aktive Teilnahme an Vorlesungen (Vorbereitung der Thematik, Fragen stellen usw.) etwa gewinnt man einen guten Einblick in Themengebiete und kann daraus selbst Themen generieren. Optimal lässt sich diese Ideenquelle nutzen, wenn die Beobachtungen schon früh im Studium systematisch auf einer Liste erfasst werden und später für ein frei zu wählendes Thema zu nutzen wären (…).

4 Öffentlichkeit

Manchmal finden sich Themen durch individuelle Alltagserfahrungen und Beobachtungen. Dabei können etwa bekannte Prinzipien auf einen anderen Bereich übertragen werden und somit einen interessanten Forschungsansatz bilden. Zudem finden sich in der momentanen Tagespresse sowie in den wöchentlichen Nachrichtenmagazinen aktuelle Ereignisse aus der Umwelt, die Anlass zu einer wissenschaftlichen Weiterbeschäftigung mit einem Thema bieten können. (…)

5 Forschung

Indem entsprechende Fachliteratur zu einem Fachgebiet gelesen, wissenschaftliche Handbücher angeschaut oder Schlagwortkataloge einer Bibliothek analysiert werden, können interessante Anregungen für ein Thema gefunden werden. Fachzeitschriften können übrigens in der heutigen Zeit leicht per Internet durchgesehen werden (…). Themen können auch in Wissenschafts-Blogs im Internet gefunden werden. An dieser Stelle werden innovative Forschungsansätze und -themen schneller diskutiert als in klassischen Veröffentlichungen (z. B. Büchern oder Journals), weil der Publikationsweg weit direkter ist. Tiefere Erkenntnisse können durch die Kommentarfunktion der Blogs, die eine Diskussion unterschiedlicher Ansichten ermöglichen, gewonnen werden. (…)

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Druck-Ausgabe: , eBook-Ausgabe:

Dozentenbewertung von J. Dümler am 18.07.2016   ★★★★★

– einfach, aber wirkungsvoll
– knappe, aber präzise und übersichtliche Darstellungen
– gute Graphiken
– verständlich
– auch zum Auffrischen der schon in der Oberstufe erworbenen Kenntnisse im Selbststudium


Kundenbewertung von Kim Rebecca Möller am 26.02.2015   ★★★★★

Das Buch „Wissenschaftliches Arbeiten“ von Rödiger Voss habe ich mir bestellt, da ich im ersten Semester bin und plötzlich damit konfrontiert war eine 10-seitige Hausarbeit zu einem Thema meiner Wahl zu schreiben. Da ich so etwas noch nie gemacht habe, habe ich mich nach Tipps im Internet umgeschaut, habe mir letztendlich aber auch noch einmal ein Buch bestellt, welches vielversprechend aussah, nämlich dieses hier.

Vom Aufbau her ist das Buch sehr gut gegliedert. Zuerst leitet es das Thema ein und arbeitet sich dann Stück für Stück zum eigentlichen Schreiben hin. Es hilft einem die wissenschaftlichen Grundlagen kennen zu lernen (welche mir gänzlich unbekannt waren, mehr oder weniger), die Zeit richtig einzuteilen, ein Thema zu finden, wie man richtig Recherche betreibt bis hin zum eigentlichen Schreibakt. Außerdem gib es am Schluss auch noch ein Kapitel zum Thema richtig präsentieren.

Ich sehe das Buch sowohl für Studienanfänger als auch Studierende in höheren Semestern als sehr hilfreich an, da einfach Tipps enthalten sind, die einem sehr nützlich sein können – egal, ob man dabei schon mehrere Hausarbeiten geschrieben hat oder nicht.

Auch für eine Abschlussprüfung, die eigentlich immer aus einem mündlichen sowie einem schriftlichen Teil besteht, kann man dieses Werk verwenden.

Zur Sprache kann ich sagen, dass es verständlich geschrieben und auf den Punkt formuliert ist. Vor allem, da zu vielen Bereichen Beispiel aufgeführt sind, die es einem noch einmal einfacher machen, das zuvor Geschriebene zu verstehen. Neben den Bespielen gibt es auch noch sehr viele Grafiken und Diagramme, die zum Beispiel vor jedem Kapitel aufgeführt sind und einen Überblick über das gesamte Kapitel geben, aber auch innerhalb der Kapitel werden viele bildliche Elemente verwendet.

Überhaupt ist das gesamte Layout sehr ansprechend gestaltet und komplett in Blautönen gehalten.

Ein weiteres Element, was nützlich, an manchen Stellen aber auch überflüssig ist, sind die am Ende jedes Kapitel aufgeführten Aufgaben zum Inhalt. Manchmal sind diese nicht nötig, da einfach ein Satz aus dem Kapitel genommen wurde und durch eine Lücke zum Lückentext umfunktioniert wurde.

Alles in allem hat mir das Buch geholfen mich in der Welt des wissenschaftlichen Arbeitens zu Recht zu finden, was ein ziemlich großer Unterschied im Gegensatz zur Schule ist!

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