Unser neues Studiertier-Interview ist online. Natalie erzählt dem Studiertier, wie sie ihre Leidenschaft zur Musik in ihren Beruf, ihr Studium und ihre Freizeit integriert und dabei schon einige Berühmtheiten kennen lernte.

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Unser Studiertier Julia ist 25 Jahre alt und studiert Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart. Bei utb absolviert sie ihr 3-monatiges Verlagspraktikum im Bereich Marketing.

„Studiertier fragt“ ist also eine Aktion von Studenten für Studenten. Die Fragen, die Julia stellt, stammen nicht nur von ihr selbst, sondern auch von Freunden und Kommilitonen. Damit die Interviews immer interessant und abwechslungsreich sind – und es auch in Zukunft bleiben.

Wenn du Fragen an Julia hast oder selber vom Studiertier ausgequetscht werden möchtest, schreibe einfach eine Mail an volontariat(at)utb.de

Während die meisten Vollzeit studieren und nebenher arbeiten, hat Natalie es einfach mal umgedreht. Sie ist 25, arbeitet als Musikfachhändlerin und macht neben ihrem Job ein Fernstudium zur Musikmanagerin bei der S.E.T. – School of Entertainment & Technology GmbH. Studiertier hat sie sich geschnappt und über ihren voll ausgelasteten Berufsalltag mit Studium ausgequetscht…

1. Du arbeitest in Vollzeit und studierst nebenher. Wie stressig ist das? Was kannst du anderen raten, die sich auch überlegen neben dem Job ein Studium zu beginnen?

Teilweise ziemlich stressig. Vor allem, wenn man im Job mehr als ausgelastet ist und eine 6-Tage-Woche und zwei bis drei Musikproben in der Woche nach Feierabend oder andere Veranstaltungen, Konzerte & Workshops von der Arbeit aus hat. Als ich mich für das Studium entschieden habe, war ich in meinem Job nicht wirklich ausgelastet und unterfordert. Vor gut einem Jahr hat sich dann bei mir aber beruflich einiges verändert. Was das „Nebenher Studieren“ nicht wirklich leichter gemacht hat. Man muss sehr konsequent und diszipliniert dabei bleiben. Zudem sollte man sich gut überlegen, ob Beruf und Studium gut miteinander vereinbar sind. Der Zeitbedarf für das Fernstudium wird meist deutlich unterschätzt. Neben den Skripten und Dokumenten, die man nicht nur „kurz überfliegen“ sollte, ist es auch durchaus sehr wichtig, an den Online-Workshops teilzunehmen. Auch sollte man wirklich die Möglichkeiten nutzen, mit den anderen Studenten und Dozenten zu kommunizieren und sich auszutauschen. Auf jeden Fall sollte man es sich gut überlegen, ob man dieser doppelten Belastung standhält. Ich glaube, ich würde mich in meiner jetzigen Situation und meinem neuen Job nicht mehr für ein Fernstudium entscheiden. Das soll aber nicht heißen, dass ich es bereue, mich dafür entschieden zu haben. Im Gegenteil, ich bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein, da sich die Inhalte des Studiums und das Berufsfeld Musikmanagement sehr gut mit meinem Job als Musikfachhändlerin verbinden lassen.

2. Wieso hast du dich für ein Studium neben der Arbeit entschieden und nicht für ein Vollzeitstudium?

Für das Studium hab ich mich entschieden, weil mir ganz ehrlich in meinem Job langweilig war und ich unterfordert war. Ich wollte unbedingt noch etwas Zusätzliches machen. Bereits nach meiner Ausbildung war ich schon am Überlegen, noch zusätzlich eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau zu machen oder eben doch ein Vollzeitstudium. Allerdings fiel ein Vollzeitstudium sehr schnell flach, da man bei den Musik-Studiengängen in der Aufnahmeprüfung Klavier spielen muss, was ich leider nicht kann. Außerdem fällt es einem doch etwas schwer, wenn man mal sein eigenes Geld verdient hat, eigene Wohnung und Lebensunterhalt selbst bestreitet, das „aufzugeben“ und gegen die Uni-Bank zu tauschen. Zumal ich jemand bin, der lieber etwas arbeitet und nicht den ganzen Tag in der Vorlesung sitzt, zuhört und lernt. Aus diesem Grund habe ich mich damals nach dem Abitur auch für eine Ausbildung und gegen ein Studium entschieden. Bei meinem jetzigen Studium ist es schön, dass es doch sehr praxis- und berufsnah ist. Unsere Dozenten sind alle aus der Musikbranche, wie z. B. Musikproduzenten, A&R, Künstlervermittler und Booker, Juristen, … Zudem sind die meisten Dozenten auch selbst Musiker, oder waren als aktive Musiker tätig.

3. Wie läuft dein Studium so ab? Bekommst du alle Vorlesungen online zugänglich gemacht oder hast du auch Seminare, an denen du anwesend sein musst? Wie sehen diese Seminare dann aus? Kannst du dich viel mit anderen Studierenden austauschen?

Das Studium ist eigentlich zweigeteilt. Zum einen gibt es den Vorkurs „myMusikmanagement“ der ein Semester lang geht und dann gibt es den eigentlichen Studienkurs „Musikmanagement (FH)“, der dann nochmals zwei Semester geht. Der Vorkurs kann auch zusammen mit dem ersten Semester des Musikmanagement-Kurses gemacht werden. Ich habe die beiden Kurse jedoch nacheinander gemacht, was auch besser so war. Der Kurs „myMusikmanagement“ ist ein reiner Online-Kurs. Man bekommt jeden Monat ein Thema freigeschaltet zu dem es Skripte und Dokumente gibt, die man durcharbeiten muss. Am Ende jeder Lerneinheit gibt es dann eine freiwillige Aufgabe und Online-Fragen, um seinen aktuellen Stand zu kontrollieren. Im letzten Monat gibt es dann eine Pflichtaufgabe über alle Themen und Online-Fragen, die in einer bestimmten Zeit beantwortet werden müssen. Beide Leistungen tragen zur Endnote des Kurses bei.

Dieser Kurs ist dann Voraussetzung für den Kurs „Musikmanagement“. Darin werden wieder jeden Monat einzelne Themen, wie z. B. Produktionsplanung und Herstellung von Tonträgern, Live-Veranstaltungen in der Musikbranche oder Rechtliche Grundlagen wie Vertragsrecht, Veranstaltungsrecht oder Urheberrecht, freigeschaltet. Hierzu gibt es jeden Monat ein bis zwei Online-Workshops mit Dozenten aus den jeweiligen Bereichen. Insgesamt gibt es an der SET zwei Musikmanagement-Kurse, einen am Campus Erding und einen am Campus Wien. Die Online-Workshops sind immer für alle Studenten gemeinsam. Hier kann man sich auch sehr gut mit den österreichischen Studenten austauschen oder bekommt auch durch österreichische Dozenten einen Einblick in das Rechtswesen in Österreich.

Zusätzlich zu diesen Online-Veranstaltungen gibt es pro Semester noch zwei Präsenzphasen am jeweiligen Campus. Diese Präsenzphasen sind Pflichtveranstaltungen und dauern drei komplette Tage (Freitag bis Sonntag von jeweils 9 – 18 Uhr). Am Campus Erding sind wir insgesamt vier Studenten, was die Präsenzphasen sehr intensiv werden lässt. Es ist eigentlich fast wie Einzelunterricht. 🙂 Aber in einer lockeren und angenehmen Atmosphäre. Für jeden Tag ist wieder ein Thema mit einem Spezialisten als Dozent angesetzt, z.B. das Thema Musikproduktion wurde uns von einem erfahrenen Produzenten, der schon für verschiedene Plattenfirmen (Ariola, Universal, EMI, etc.) unzählige Produktionen durchgeführt hat, näher gebracht. Das macht das ganze sehr spannend und interessant. Des Weiteren ist es ein sehr großer Vorteil, dass sich die Abschlussnote aus mehreren Teilen zusammensetzt. Zum einen müssen zu den einzelnen Themen im jeweiligen Monat wissenschaftliche Studienarbeiten geschrieben werden, zum Themenbereich Recht und BWL werden in der letzten Präsenzphase Prüfungen geschrieben und dann gibt es noch ein finales Abschlussprojekt, an dem wir alles Gelernte in die Praxis umsetzen müssen. Das Abschlussprojekt besteht darin, ein Konzert mit mehreren Bands gemeinsam als Team zu organisieren und zu veranstalten. Das ist eine große Herausforderung, da das ganze natürlich vor Ort in Erding stattfinden soll, wir vier Studenten jedoch sehr weit auseinander wohnen (München, Wiesbaden, Ravensburg und Schweiz).

4. Was gefällt dir an deinem Studiengang Musikmanagement besonders? Hast du z.B. schon mit bekannten Musikern zu tun gehabt?

Der Aufbau und die Themen des Studienganges sind sehr interessant gestaltet und vor allem berufsnah. Außerdem ist das Berufsfeld Musikmanager so vielfältig und bietet so viele Möglichkeiten in der Musikbranche tätig zu werden. Am besten gefällt mir, dass unsere Dozenten auch alle in der Musikbranche tätig sind, sei es als Musikproduzent, Komponist, Live-Musiker, Booker oder Musikmanager und damit sehr viel Berufserfahrung haben. Mit berühmten Musikern hab ich im Zusammenhang mit dem Studium eher weniger zu tun gehabt. Allerdings hatte ich als Musikfachhändlerin durchaus schon mit bekannten Musikern, wie Rüdiger Baldauf von den heavytones (Stefan Raab Bigband) oder mit den Musikern von Shantel zu tun. Auch die Jungs von The BossHoss waren dabei oder Helge Schneider.

5. Du hast deine Leidenschaft zur Musik zu deinem Beruf gemacht. Wie soll es dann nach deinem Studium weitergehen?

Ich denke mal, dass ich direkt nach meinem Studium trotzdem als Musikfachhändlerin tätig sein werde. Allerdings hoffe ich, dass ich die beiden Berufe noch mehr miteinander verbinden kann. Schwerpunktmäßig möchte ich mehr in die Richtung Live-Veranstaltungen gehen. Veranstalten, planen, durchführen und organisieren von Festivals, Konzerte & Tourneen. Aber wer weiß, was sich bis dahin für Türchen noch öffnen werden. Vielleicht klappt es auch beim Rundfunk 😉

 

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