Immer dann, wenn sich das Semester oder sogar das Studium dem Ende zuneigt, stehen Prüfungen ins Haus. Gut, dass es Methoden und Techniken gibt, mit denen man sich optimal darauf vorbereiten kann.

Dr. Helga Esselborn-Krumbiegel leitet das Schreibzentrum an der Universität Köln. Sie ist Verfasserin seit Jahren eingeführter Standardwerke zum Schreiben im Studium. In ihrem utb-Band Leichter lernen erläutert Helga Esselborn-Krumbiegel, wie man seine Prüfungsthemen strategisch günstig wählt und somit die Weichen für eine erfolgreiche Prüfung stellt:

Schwerpunktthemen und Spezialgebiete wählen

Die Aufnahme von Wissen beginnt für Sie ganz konkret mit der Wahl der Prüfungsthemen. In manchen Prüfungsfächern können Sie Spezialgebiete wählen und Schwerpunkte setzen. Grenzen Sie Ihre Themengebiete klar ein, setzen Sie die Themen möglichst zueinander in Beziehung und finden Sie Aspekte, die Sie persönlich interessieren.

Sobald Sie ein wenig in ein Themengebiet eingearbeitet sind, können Sie abschätzen, wie umfangreich Ihr Spezialgebiet ist. Achten Sie darauf, dass Ihre Themengebiete in etwa gleich viel Arbeitsaufwand erfordern. Der Arbeitsaufwand lässt sich natürlich nicht allein am Umfang der Gebiete bemessen; vielmehr ist es entscheidend, wie viel Vorwissen Sie schon mitbringen und wie leicht oder wie schwer Ihnen der Lernstoff fällt. Kalkulieren Sie diese Faktoren bei Ihrer langfristigen Examensplanung bereits mit ein.

Schriftliche und mündliche Prüfungsthemen

Überlegen Sie auch, welches Spezialgebiet sich eher für eine Klausur eignet und welches Sie sich gut für ein Prüfungsgespräch vorstellen könnten. Vielleicht haben Sie das Glück, selber wählen zu können, welches Thema Sie in einer Klausur schriftlich bearbeiten wollen und welches Themengebiet Sie für die mündliche Prüfung angeben.

Dann reservieren Sie Themen, die zu kontroversen Diskussionen herausfordern, möglichst für die mündliche Prüfung. Hier können Sie Ihr Wissen in pro und kontra lebendig einsetzen und selber dazu beitragen, die mündliche Prüfung in ein spannendes Expertengespräch zu verwandeln.

Themen, die detaillierte, eventuell textgestützte Analysen und gründliche Argumentation verlangen, sollten Sie dagegen lieber in der Klausur bearbeiten. Hier können Sie ungestört entscheiden, welche Textpassagen Sie genauer interpretieren wollen, wie Sie Ihre Argumentation schlüssig aufbauen und welche Aspekte Sie näher ausführen.

Schwerpunkt-Absprachen mit den Prüfern

Wie genau Sie jeweils Ihre Schwerpunkte festlegen können, hängt individuell von der Absprache mit Ihren Prüfern ab. Manche Prüfer akzeptieren lediglich bestimmte Texte, Theorien, Phänomene als Prüfungsschwerpunkte, andere lassen die Prüflinge zusätzlich Aspekte angeben, unter denen sie ihr Material bearbeitet haben. So kann der Prüfling im Einzelfall sogar die Formulierung seines Prüfungsthemas antizipieren.

Wie weit solche Absprachen aber gelingen, hängt einerseits von der Prüfungsordnung ab (zentrale oder dezentrale Aufgabenstellung) und andererseits vom Studienfach und den Prüfenden. Ihre Aufgabe ist es herauszufinden, welche Absprachen möglich sind. Dabei ist es auf alle Fälle hilfreich, zu wissen, welche Themenschwerpunkte in den einzelnen Fächern üblich sind und wie die Absprachen in der Praxis tatsächlich gehandhabt werden. Das aber lässt sich immer nur vor Ort erfragen.

Themen miteinander verbinden

Für eine ökonomische Prüfungsvorbereitung ist eine Verbindung von Themen sinnvoll. Verknüpfen Sie, wo immer möglich, Themengebiete miteinander, indem Sie – auch fächerübergreifend– Spezialgebiete wählen, die sich zeitlich und/oder inhaltlich berühren.

Beispiel: Studienfach Geschichte: Weimarer Republik
Studienfach Neuere Deutsche Literatur: Neue Sachlichkeit
Wenn Sie sich mit der Geschichte der Weimarer Republik beschäftigen, können Sie in der Literatur der Zeit z.B. das Schwerpunktthema »Neue Sachlichkeit« mit Autoren wie Erich Kästner, Hans Fallada, Erich Remarque und Irmgard Keun wählen.

Warum das Verbinden von Themen wichtig ist

Für den Erfolg in einer Prüfung kann der Blick über den Tellerrand, der in der Regel definiert ist durch die Grenzen des eigenen Fachs definiert ist, zu einem erfolgsentscheidenden Kriterium werden.

Wer unter Beweis stellt, dass er nicht nur die Grundlagen, Methoden und Theorien der eigenen Disziplin anwenden kann, sondern darüber hinaus auch das Prüfungsthema aus einer anderen Richtung beleuchten kann, der zeigt, dass er geistig flexibel, kreativ ist und interdisziplinär denken kann. Damit man aber nicht wahllos Themen miteinander verbindet kommt es darauf an, geschickt, die Schnittstellen zu entdecken, bei denen andere Disziplinen einen erhellenden Erkenntnisgewinn versprechen.

 

Bei utb sind vier Bücher von Helga Esselborn-Krumbiegel erschienen:

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