Sie haben die Themen der Klausur umrissen, haben sich die Aufgabenstellung klar gemacht und eine konkrete Zeit- und Seitenplanung für die Klausur entworfen. Jetzt geht es ans Schreiben.

Was Sie beim Schreiben einer Klausur beachten sollten, erläutert Helga Esselborn-Krumbiegel in ihrem utb-Band Leichter lernen:

Die Gliederung der Klausur

Jede Klausur ist ein in sich geschlossener Essay. Dazu gehören:

  1. eine Einleitung, die das Thema kurz erläutert
  2. eine These, die Sie durch Argumente beweisen
  3. ein Schlussteil, der Ergebnisse zusammenfasst und Folgerungen zieht
  4. Vor- und Rückverweise, die Ihre Argumentation stützen.

Argumentieren und belegen

Bringen Sie Ihre Argumentation auf den Punkt! Vertreten Sie eine These und begründen Sie Ihre Entscheidung. Stützen Sie Ihre Argumentation mit Belegen: aus der Forschung, aus Quellen, aus Texten. Dazu brauchen Sie solide Textkenntnis!

Forschung nennen

In der Klausur müssen Sie nicht im Einzelnen nachweisen, woher Ihre Gedanken stammen, verweisen Sie aber hin und wieder auf bestimmte Forschungsbeiträge oder Forschungsrichtungen (mit Namensnennung), vor allem, wenn Sie kontroverse Positionen anführen.

Abschweifungen vermeiden

Wenn Sie weiterführende Gedanken einbringen möchten, achten Sie darauf, sich nicht darin zu verlieren. Behalten Sie immer Ihr zentrales Thema (= die Frage, die Sie beantworten sollen!) im Auge und schweifen Sie nicht ab.

Beobachtungen differenzieren

Wenn Sie Ihr Thema besonders perspektivenreich behandeln wollen, gehen Sie nicht in die Breite, sondern lieber in die Tiefe. Statt etwa mehrere Beispiele für eine Beobachtung anzuführen, überlegen Sie, ob Sie Ihre Beobachtung weiter differenzieren können. Wenn Sie beispielsweise über Frauenfiguren bei Fontane schreiben, analysieren Sie zunächst, welche Typen vorkommen und zeigen Sie anschließend auf, welche Entwicklung in der Gestaltung der Frauenfiguren sich in Fontanes Werk beobachten lässt.

Fachbegriffe verwenden

Verwenden Sie die in Ihrer Wissenschaft gebräuchlichen Begriffe. Oft ersetzt ein richtig gewählter Fachbegriff lange unnötige Erklärungen. Wenn Sie beispielsweise das Thema »Novalis‘ Roman Heinrich von Ofterdingen als Antwort auf Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre« bearbeiten, brauchen Sie die Begriffe »Bildungsroman« und »Künstlerroman« als Diskussionsgrundlage.

Lösungsweg skizzieren

Verschaffen Sie sich in einer mehrteiligen Klausur immer zuerst einen Überblick über alle Aufgabenstellungen. Wenn Sie eine Aufgabe nicht lösen können, skizzieren Sie in jedem Fall einen Lösungsweg, um zu zeigen, dass Sie die Aufgabe im Ansatz verstanden haben.

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