Rechte und linke Gehirnhälfte gleichermaßen nutzen

Unser Gehirn besteht, wie jeder weiß, aus einer linken und einer rechten Hirnhälfte. Jede dieser Hälften hat besondere und unterschiedliche Funktionen, die sich gegenseitig ergänzen.

Martha Boeglin betreibt in Berlin die Schreibwerkstatt “Scriptoria” und bietet in diesem Rahmen am Institut für Philosophie in Jena seit einigen Jahren eine “Schreibwerkstatt” an.

In ihrem utb-Band » Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt zeigt Martha Boeglin, wie man beide Gehirnhälften zum Gehirn-Jogging für das Studium bringt:

Kernfunktionen der beiden Gehirnhälften

Die meisten von uns benutzen vorwiegend nur die eine oder die andere Hälfte. Welches sind also die jeweiligen Funktionen der beiden Hirnhälften? Sie lassen sich – sehr schematisch – wie folgt charakterisieren:

Gehirn-Jogging-zwei-Gehirnhelften und ihre Funktionen
Martha Boeglin: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. S. 11

Welche Hirnhälfte ist nun meine?

Beim Studium müssen Sie unterschiedliche Strategien anwenden können. Sie müssen eine Information analysieren aber auch Synthesen herstellen; Sie müssen einen Blick fürs Detail haben, ohne jedoch das Ganze aus den Augen zu verlieren. Sie müssen die Information zerlegen und jedes Teil bearbeiten, aber auch eine Information in ihrer Ganzheit bearbeiten. Sie müssen, kurz gesagt, das ganze Gehirn gleichmäßig nutzen.

Darum: Wechseln Sie die Lernkanale und mobilisieren Sie all Ihre Sinne.

Menschen, deren linke Hirnhälfte dominiert, lernen vorwiegend über Wörter. Ist das bei Ihnen der Fall, verankern Sie den Lernstoff auch durch auditive Wiederholungen oder durch Schemata und Grafiken.

Ist die rechte Hirnhälfte bei Ihnen dominant, so haben Sie zwar viel Fantasie, aber das Strukturieren Ihrer Gedanken fällt Ihnen manchmal schwer. Nehmen Sie sich Zeit, um Ihr Thema sorgfaltig zu analysieren und gehen Sie behutsam Schritt für Schritt vor.

Wenn Sie lernen, Ihre beiden Hirnhälften zu mobilisieren, verbessern Sie sowohl das Lernen als auch das Verstehen. Sie entfalten dabei Ihre ganzen intellektuellen Fähigkeiten.

Lernen zu lernen

Erfolgreiches Lernen ist nicht nur eine Frage des Aufwands und der Anstrengung. Wer falsch oder unsinnig lernt, kann dabei viel Zeit und Kraft verschwenden. Daher ist es wichtig lernen zu lernen!

Lernen zu lernen: Lernen, das sich lohnt

Stellen Sie sicher, dass Sie den Stoff gut verstehen. Sollten Sie ihn nicht begreifen, holen Sie sich Hilfe beim Dozenten, bei Kommilitonen oder lesen Sie einen Einführungstext zum Thema.

Interessieren Sie sich für den Stoff. Fragen Sie sich, was Ihnen das Lernen eines bestimmten Themas bringen kann, welche praktischen Anwendungen Sie finden können, fragen Sie sich, was das Thema mit Ihnen persönlich zu tun hat.

Setzen Sie sich Ziele. Es ist leichter, etwas zu erledigen, wenn man ein klares Ziel hat. Welches sind Ihre Motivationen, wenn Sie etwas lernen, welchen Erkenntnisgewinn versprechen Sie sich davon? Welches Ziel wollen Sie damit erreichen?

Teilen Sie den Lernstoff in kleine Portionen auf. Beim Lernen soll man – wie beim Essen – eine bestimmte Menge nicht überschreiten. Sonst ist das Gedächtnis gesättigt und kann nichts Neues aufnehmen. Weiterzulernen bedeutet dann nur Anstrengung und Zeitverlust.

Lernen Sie möglichst immer zur gleichen Uhrzeit. Dadurch werden Sie Ihr Gehirn konditionieren: Es wird sich die Zeit merken, in der es arbeiten muss und sich darauf vorbereiten. Morgens beim Aufstehen oder abends vor dem Einschlafen sind besonders günstige Momente für das Lernen.

Wiederholen Sie das Gelernte häufig. Für dauerhaftes Lernen ist ein mehrmaliges Lesen des Lernstoffs effektiver als einmaliges Pauken und Auswendiglernen. Wenn Sie den Lernstoff einmal gelesen und gelernt haben, lesen Sie ihn am nächsten Tag gleich nochmal: Sie vergessen ja das meiste nach den ersten 16 Stunden.

Beginnen Sie mit den leichtesten Stellen. Sie werden sie sich besser merken, werden schneller lernen – was Sie wiederum zum Weiterlernen motivieren wird.

Arbeiten Sie regelmäßig. Wie beim sportlichen Training ist eine regelmäßig (täglich ein bisschen, progressiv (täglich etwas mehr) und kontinuierlich durchgeführte Arbeit leichter zu erledigen.

Konditionieren Sie Ihre Psyche. Effizientes Lernen hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Überzeugen Sie sich davon, dass Sie Hindernisse bewältigen und Erfolg haben werden.

 Lernen mit System: Tipps zur Lernvorbereitung

  • Stellen Sie den Lernstoff zusammen.
  • Legen Sie ein Gliederungsschema des Lernstoffs an.
  • Formulieren Sie die Gliederungspunkte nacheinander in Fragen um.
  • Schreiben Sie die Fragen auf und beantworten Sie diese schriftlich.
  • Markieren Sie Wissenslücken.
  • Markieren Sie Schlüsselbegriffe
  • Setzen Sie die markierten Begriffe in Fragen um.
  • Orientieren Sie sich beim Wiederholen an Ihren Wissenslücken.
  • Wechseln Sie das Thema alle zwei Stunden.
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