Nicht jeder Stoff sollte gleich gelernt werden. Denn für verschiedene Inhalte eigenen sich unterschiedliche Lernstrategien. So wird das Lernen effektiver und zugleich abwechslungsreicher.

In ihrem utb-Band Leichter lernen erläutert Helga Esselborn-Krumbiegel, welche Lernstrategien zu welchen Lerninhalten passen. Sie unterscheidet dabei grundsätzlich ein Lernen durch Wiederholen und ein Lernen durch Strukturieren:

Wiederholendes Lernen

Bei vielen Lernaufgaben geht es vorwiegend um das reine Auswendiglernen von Vokabeln, Benennungen, Formeln. Diese Informationen können Sie lerngerecht aufbereiten, indem Sie Kategorien bilden und Ihr Wissen in Blöcken zusammenfassen: Vokabeln nach Sachgebieten geordnet lernen, die Namen von Muskelgruppen nach ihren Funktionen sortieren, Formeln z.B. nach ihrem Verwendungszusammenhang abspeichern. Bei einem solchen Lernen durch Wiederholen wächst Ihr Wissen in überschaubaren Lerneinheiten stetig.

Strukturierendes Lernen

Anders ist es beim strukturierenden Lernen. Hier müssen Sie selber Zusammenhänge herstellen, Verbindungen knüpfen, Ursachen finden, Folgerungen ziehen und Ordnungssysteme herstellen oder anwenden. Bei dieser Art des Lernens haben wir mitunter den Eindruck, nach einem erfolgreichen Lernstart plötzlich nicht mehr recht vom Fleck zu kommen. Unser Wissen nimmt nicht mehr erkennbar zu, unser Lernfortschritt ist kaum messbar. Wir erreichen nämlich nach anfänglichem Informationszuwachs irgendwann ein Lernplateau, auf dem unser Lernen gleichsam innehält, um die Informationen neu zu ordnen und sie in eine übergeordnete Struktur zu überführen.

Verzweifeln Sie deshalb nicht, wenn es einmal nicht recht »weiter geht«, sondern lernen Sie weiter, bis sich nach einiger Zeit ganz »von selbst« ein Sprung in Ihrer Lernprogression zeigt. Plötzlich gewinnen Sie den Durchblick, können Ihr Wissen überblicken und es souverän gebrauchen.

Einordnen von Detailwissen

Auch beim wiederholenden Lernen (Vokabeln, Formeln, Daten, Modelle) bedarf es einer Strukturierung; sie ist jedoch nicht so komplex wie beim strukturierenden Lernen. Auch hier unterstützt die inhaltliche Gruppierung die Merkfähigkeit. Beim strukturierenden Lernen ist die Einordnung von Detailwissen in einen größeren Zusammenhang jedoch besonders wichtig. Für jede Information stehen nämlich in der Regel im Gedächtnisspeicher Abrufreize bereit – meistens Leitbegriffe –, die das gespeicherte Wissen zugänglich machen. Deshalb ist unser Wissen dann am besten abrufbar, wenn es in sinnvollen Kategorien oder thematischen Blöcken abgelegt wurde.

Wichtig bei allen Lernstrategien: Lernreize setzen

Wenn Sie beim wiederholenden Lernen immer wieder merken, dass Ihre Konzentration nachlässt, versuchen Sie die unvermeidbar monotonen Lernabläufe durch äußere Stimuli abwechslungsreicher zu gestalten: wählen Sie unterschiedliche Stifte für verschiedene Lerneinheiten, benutzen Sie Papiere in verschiedenen Formaten und Farben, spielen Sie unaufdringliche Hintergrundmusik ein, gehen Sie während des Lernens immer wieder umher, wechseln Sie auch Ihre Lernorte und die Lernkanäle.

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Kundenmeinung von Mila. K. 15.02.2016  ★★★★

Das Buch erklärt verständlich die verschiedensten Arten des Lernens.
In den 10 Kapiteln lernt man unter anderem, wie man sich richtig motiviert und wie man bestmöglich für Prüfungen lernt.
Gefallen hat mir an dem Buch, dass es sehr übersichtlich ist und man es durch die leichte Sprache sehr schnell durchgelesen hat. Die Autorin gibt sehr viele Tipps zum Lernen und verdeutlicht alles noch einmal mit authentischen Beispielen.

Einige Tipps fand ich jedoch nicht immer passend. Ein Tipp ist zum Beispiel, dass man sich ein Prüfungsthema heraussuchen soll, welches einen auch interessiert. Bei vielen Prüfungen kann man aber nicht das Thema auswählen.
Außerdem finde ich das Design des Buches nicht sehr passend gewählt, vor jedem Kapitel gibt es ein Bild eines Graffitis. Das passt für mich nicht zu einem wissenschaftlichen Buch.

Fazit:
Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sein Lernverhalten verbessern möchte oder etwas über die verschiedenen Lerntechniken erfahren möchte.
Leichter lernen kann man mit dem Buch natürlich nicht, es hilft einem aber besser und effektiver zu lernen.

+ sehr übersichtlich / Aufbau des Buches
+ knapp gehalten (ca. 200 Seiten)
+ leicht verständlich
+ für jeden Lerntypen etwas dabei

– Auflage von 2007
– Design
– nicht jeder Tipp anwendbar

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